Review der Flatlands GS 2018

Review der Flatlands GS 2018

Der Wettkampf-Pilot Oliver Blonske aus Düsseldorf fliegt seit Anbeginn regelmäßig bei den Gleitschirm Flatlands in Altes Lager mit. Dieses Jahr belegt er den dritten Platz in der Overall-Wertung. Hier lässt er den Wettbewerb 2018 aus seiner Sicht Revue passieren.

Die Vorfreude auf die Woche Altes Lager war bei mir riesig, auch wenn die Deutsche Gleitschirm Liga mal wieder einen der wenigen rein deutschen Wettbewerbe ignoriert hatte und parallel einen Ligatermin in Österreich gesetzt hatte.

Das war für die Locals und Top Piloten aus dem Berliner Club um so ärgerlicher, mussten diese ein Heimspiel gegen eine Tages An- und Abreise nach Salzburg zu tauschen. Damit sinkt der sportliche Wert der Flatlands natürlich immer mehr. Aber hier müssen die betroffenen Piloten auch selber reagieren bzw. die Finger für das kommende Jahr heben.

Um so schöner war die vergangene Woche am Flugplatz in Altes Lager. Als Teilnehmer der ersten Stunde zu den Flatlands war vorher eigentlich nur klar, dass es wenig bis gar nicht regnen wird, also sprach nichts gegen eine sonnige Woche Camping und fliegen in kurzen Hosen. Ob es fliegt, weiß man ja immer erst hinterher.

Nach meinem ersten Schlepp in einen kleinen Dusty mit schönstem Seitenwind spielte ich allerdings ehrlich mit dem Gedanken baldigst wieder abzureisen wenn das auch nur annähernd so weitergeht. Zum Glück waren die Bedingungen nur am ersten zu recht gecancelten Tag so heftig. In den nächsten drei Tagen brauchte ich ungewohnter Weise insgesamt nur vier Schlepps um den Platz mit Basishöhe zu verlassen. Maseltov!

Am ersten Tag war die Distanz der Strecke mit nur 40km rückblickend etwas „konservativ“ gesetzt, aber mit über der Hälfte des Feldes im Goal wurde alles richtig gemacht. Alleine die Rückfahrt mit einem mehr als euphorischen “Funker Martin” aus Köln „im Goal“ war es wert. Bei einem ausgedehnten Stopp an der Tanke wurden dann auch “einige” Landebiere geöffnet.

Daher ein großes Lob an die Wetterfee Birger aus Dresden! Seine morgendliche Präsentation des Wetters war ein Traum, unterhaltsam aber auch endlich mal verständlich rüber gebracht, zusätzlich mit den Animationen im Hintergrund wurden alle vorzüglich bespaßt. Im Großen und Ganzen waren seine Prognosen für die Tagesgüte immer stimmig und zutreffend.

Zum zweiten Task wurden daher direkt mal 80km ausgeschrieben. Das von Markus Henninger als Tasksetter angekündigte Panorama über den Brandeburger Seen war dann auch wirklich sehr sehr beindruckend. Mitten überm See stiegen ca. 20 Segelflieger, die unter, über und neben unserer ersten Mini Gruppe im Zielanflug ebenfalls im Wettkampfmodus entgegen schossen. Die Badehose brauchte wieder die Häfte aller Piloten nicht auspacken, da sie das Goal in Rathenow erreichten. Der Rückweg war mit meiner Gruppe wieder recht kurzweilig unter anderem durch die kühlen Landebiere an der Tanke und am Bahnhof.

Denn leider gibt es bei den Flatlands keinen aktiven Rückholservice. Die Organisation der ca. 40 Personen vom Bodenpersonal bindet alle möglichen Ressourcen. Um so größer ist die Motivation es bis in das Goal zu schaffen, weil dort meistens ein Bahnhof ist und die Regios mit Umweg über Berlin irgendwie alle ins Alte Lager führen.

Für den letzten Tag kündigte Birger für ca. 15 Uhr mega Thermik und fette Wolken an. Genau so kam es dann auch. Aus blauem zähen Gehacke wurde eine prächtiger Flugtag und ein halbes dutzend Piloten wartete daher geduldig 1-2 Stunden über dem Platz und gaste dann mit erlaubter max.Höhe von 2200m los. Das sollte sich für uns Spätstarter auszahlen, denn heute stellte es mit den 65km Hin und Rück die meisten Piloten auf dem Rückweg gegen den Wind im Schatten ab und nur 11 Piloten landeten wieder am Platz. Dort wurden wir von Andreas Lieder direkt nach Bodenkontakt mit eiskaltem Landebier versorgt.

Dieser Tag mixte allerdings noch einmal gründlich durch und am Ende waren neben dem verdienten Sieger aus der Schweiz, Peter Hürlimann, der jeden Tag seine eigene, nicht superschnelle aber zügige Linie flog, noch Lukas Bader auf 2.Platz und meine Wenigkeit als Dritter, beide mit dem Konzept hier jeden Tag mit Handbremse anzukommen, letzendlich happy auf dem Treppchen. Lukas ist vorher sogar noch die Flatlands bei den Drachen mit geflogen.

Die Stimmung am Flugplatz war wie immer ausgezeichnet, fast ausnahmslos alle Teilnehmer und die zahlreichen Helfer campten in verschiedenen Lagern am Platz. Ob mit Zelt, Wohnwagen, Bus, Wohnmobil oder im Kofferraum. Alle sind morgens und abends am Platz, man kocht oder grillt zusammen und das laute Lachen irgendwo verstummt immer erst nach Mitternacht. Mit oder ohne Regen geht es auch mal in den Geschwaderbunker wo es immer frisch gezapftes Bier für kleines Geld gibt oder auch mal spontan eine ausgedehnte Party bis in die Morgenstunden wie im letzten Jahr.

Insgesamt eine superschöne wie unvergessliche Woche, die der Berliner Club da mit einem riesigen Aufwand wieder für uns Piloten gestemmt hat.

Meinen persönlichen Dank nochmal an alle, die in ihrer Freizeit den Schleppbetrieb für die Teilnehmer ermöglicht haben. Der Planet brannte unbarmherzig auf den Platz, trotzdem wurde den ganzen Tag mit 6 Winden, Starthelfern, Startleiterinnen, Leppofahrern und vielen anderen perfekt geschleppt. Nur 60 Piloten aber täglich insgesamt 100 Personen auf dem Platz sprechen für sich. Ich habe mich jedenfalls sehr über meinen wunderschönen Bären gefreut und schaue mit Begeisterung auf die nächsten Flatlands in 2019.

Grüße
Oliver Blonske

Windenschlepp-Seminar 2015

Windenschleppseminar am 21. und 22. März 2015

Sonja Zeyfang hat als Beauftragte des DHV, mit Unterstützung durch Ronny und Thomas, auch in diesem Jahr ein erfolgreiches Schleppseminar zum Saisonstart durchgeführt. Vielen Dank.

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..und hier findet Ihr Sonjas Bericht:

Windenschlepp-Seminar 2014

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Am Wochenende des 1. und 2. März 2014 fand im Alten Lager unter der Leitung von Sonja Zeyfang ein DHV-Windenschleppseminar statt. Hier der ausführliche Bericht. Ziel war die Sensibilisierung aller Schleppbetrieb-Teilnehmer (Pilot, Startleiter, Windenfahrer) um einen möglichst sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten. Die bunt gemischte Truppe von ca. 25 Teilnehmern bestand aus HG-, GS- und/oder UL-Piloten mit unterschiedlichster Piloten-, Startleiter- und Windenführer-Erfahrung. Unter ihnen waren auch zwei Gastpiloten, an denen wir eine klassische Platzeinweisung „üben“ konnten (Wer erinnert sich denn schon noch, wo die Enthaftungserklärungen liegen?) Der Theorieteil Samstag früh wurde von Sonja (als Leiterin und GS-Pilotin), Ronny Schmidt (als EWF) und Thomas L. (als HG-Pilot) gestaltet. Wichtige Themen waren unter anderem:

  • die Aufgaben und Verantwortung des Startleiters (auch rechtlicher Hintergrund!)
  • Risikos im Schleppbetrieb und wie jeder sie durch aufmerksame Beobachtung und verantwortungsbewusstes Einschreiten vermeiden/verhindern kann
  • Kommunikation zwischen Pilot, Startleiter und Windenführer
  • Kommunikation zwischen Windenstart und UL-Start
  • Verantwortung und Reaktionen des Windenführers
  • Wissensvermittlung zwischen den „Disziplinen“ (z.B. GS-Pilot weiß, worauf er als Startleiter beim HG-Start achten muss, … Winden-Piloten kennen die Platzrunde der ULs und nehmen darauf Rücksicht)

Den Tag über fand bei perfektem Wetter Schleppbetrieb statt, der von Björn Gerhart mit der Kamera dokumentiert wurde. Parallel sind auch ULs  gestartet, sodass wir die Koordination des Mischbetriebes wunderbar üben konnten. Das Videomaterial und unsere Erlebnisse und Erkenntnisse des Tages wurden am Samstagabend und Sonntagvormittag ausgewertet. Der Teilnehmerkreis war kritisch, konstruktiv und lernbereit.  Wir starten somit die beginnende Flugsaison mit mehr Aufmerksamkeit, Sicherheitsbewusstsein und Courage und hoffen, auch andere Piloten damit anstecken zu können. Line Ein herzliches Dankeschön an Sonja und ihre Assistenten Ronny, Thomas, Björn, Knud, Andreas und Caroline.

Groundhandling-Seminar 2011

und 12. Juni 2011: Groundhandling an der Ostsee

Am Samstag war es endlich soweit: Nach langer Planung und Vorbereitung fand das erste Groundhandlingseminar in Kooperation mit der Flugschule Fly Magic statt. Fünf motivierte Teilnehmer trafen sich morgens bei Joe, der uns sehr gastfreundlich mit Kaffee und belegten Semmeln empfangen hat. Es folgte der einstündige Theorieteil, in dem die Teilnehmer ein paar Infos und Tipps zur Technik beim Groundhandling bekamen. Im Anschluss zeigten uns Joe und Hans ihr demnächst zugelassenes Schleppgelände direkt am Bodstedter Bodden.

Den Nachmittag nutzten die Teilnehmer individuell, da leider kein Wind wehte. Am Abend waren wir kurz davor, die ersten Fleischstücke auf den Grill zu legen, als die Blätter anfingen sich im Wind zu bewegen. Ich überredete Snezana zum Übungsgelände zu fahren, um zu überprüfen, ob der Wind ausreicht. Dort angekommen fanden wir optimale Trainingsbedingungen vor und verständigten die anderen Teilnehmer telefonisch. So absolvierten wir am Samstagabend unsere erste Praxiseinheit.

Am Sonntagmorgen wehte erneut sehr wenig Wind. Deswegen sahen wir uns (nach einem ausgiebigen Frühstück) die Winde von Joe und Hans an – eine nagelneue BM2. Außerdem haben sich die Beiden eine Abrollwinde gekauft, um in Zukunft auch Bootschlepp anbieten zu können. Mittags sind wir erneut zu unserem Übungsgelände gefahren, wo erst sehr wenig Wind wehte. Dieser frischte im Lauf der nächsten Stunde auf, so daß wir zwei Stunden intensiv trainieren konnten. In der wohlverdienten Pause besuchten wir das Eiscafe Lange, um die verlorenen Kalorien wieder aufzufüllen.

Beim Abschlussgespräch äußerten sich alle Teilnehmer sehr zufrieden und es gab nur wenige Kritikpunkte, die ich beim nächsten Mal umsetzen werde. Das nächste Groundhandlingseminar wird im Herbst auf dem Darss stattfinden, mit der Alternative, bei schwachem Wind das Schleppgelände am Bodden zu befliegen.

Ronny

Vielen Dank an Snezanana und Ronny für die Organisation!

Tipp: Die Bilder werden per Klick vergrößert.

Streckenflug-Workshop 2010

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr

..fand auch 2010 wieder ein vereinsinterner Streckenflug – Workshop statt. Das Thema fand nicht nur bei den Vereinspiloten großes Interesse, sondern auch bei noch nicht Vereinsmitgliedern, die herzlich willkommen waren.
Auch in diesem Jahr kamen fast alle Interessenten, die sich per Mail gemeldet hatten.
Als Veranstaltungsort wurde das Lokal der Freiflieger in Friedrichshain gewählt: http://www.freiflieger-berlin.de
Das Lokal ist gemütlich und hat alle technischen Voraussetzungen für eine derartige Veranstaltung, wie große Projektionsfläche, Beamer, Anlage und Wireless LAN. Da im Herzen des Friedrichhains gelegen, hatten einige Teilnehmer und die beiden Referenten Probleme bei der Anfahrt wegen des regen Berliner Feierabendverkehrs. So begann die Veranstaltung mit fast einer Stunde Verspätung, wofür ich mich bei den pünktlich Erschienenen auch hier noch einmal entschuldigen möchte.
Ich hoffe, Ihr stimmt mit mir überein, dass es sich gelohnt hatte zu warten. Zu Beginn stimmte Claus Gerhard mit seinem Vortrag vom letzten Jahr “Flachlandflugtipps aus dem Alten Lager” auf den Workshop ein.
Im Anschluss übernahm unser Vereinspilot Lukas Bader die Regie für die Gesprächsrunde. Die Zeit verging wie im Flug. So viele Themen, die angesprochen worden waren, Tipps, Anregungen …
Ich kann hier alles gar nicht wiedergeben. Ich danke ganz herzlich unserem Vereinspiloten Björn Gerhart für seine persönlichen Notizen, die er gemacht hat und die er uns hier zur Verfügung stellt. Sie geben einen guten Überblick über die Themen des Abends. Plötzlich war es nach 23 Uhr und noch immer nicht alle Themen waren angesprochen gewesen. Fazit dieses Abends könnte sein: das Thema “Streckenfliegen, besonders im Hinblick auf unser Fluggebiet Altes Lager” ist derart umfassend, dass es sich nicht in 2 – 3 Stunden abhandeln lässt. Auch wenn der ein und andere Pilot seine Frage an diesem Abend nicht anbringen konnte, hoffe ich, dass es für jeden Piloten eine Anregung oder Tipp gab, der weiterhelfen kann seine persönlichen, fliegerischen Ziele genauer zu definieren und zu verfolgen. Ich möchte dazu ermuntern, unsere erfahrenen Vereinspiloten ab und an auch einmal einfach direkt am Platz anzusprechen. Dank an unsere anwesenden Gleitschirm – Fliegercracks Viktor Milzin, Robert Bernart und Markus Henninger, die sich an diesem Abend zur Verfügung gestellt hatten auf Fragen einzugehen und an Manfred Welp, der mich bei der Planung des Workshops unterstützte. Er hat eine interessante Liste mit Links zusammengestellt zu den Themen:

  • Wetter

  • Flugvorbereitung

  • Wie man ein GPS (Garmin) einrichtet

  • Wie bekomme ich Lufträume auf das GPS

  • Thermikpunkte Altes Lager auf das GPS spielen

  • Fliegen im Team

Diese stellt er hier allen Interessenten zur Verfügung.  Unser Drachen – Vereinspilot Mike Füllgrebe hatte sich vorab bereit erklärt noch über das Thema “XC-Optimierung für Dreiecksflüge” zu sprechen.
Im Hinblick auf die Uhrzeit, die rauchenden Köpfe nach dem ganzen Input, war es leider nicht mehr möglich bei den Teilnehmern die nötige Konzentration dafür einzufordern.
Das Thema ist äußerst spannend und interessant und sollte auf alle Fälle berücksichtigt werden, sollte es eine Workshop – Fortführung geben, bzw. ein Seminar, in dem es wieder um das Thema “Streckenfliegen im Flachland / Altes Lager” geht.
Wer unmittelbar Fragen hat, sollte Mike einfach direkt ansprechen. An fliegbaren Tagen ist er meist am Platz.

Organisation und Redaktion: Sonja Zeyfang

Freiflieger Berlin (ext. Link)

Interessante Links von Manfred (pdf)

Björns Notizen (pdf)

Rettungwerfen 2009

Rettungwerfen – Nachlese

Am 28.02.09  fand unserer nun fast schon  traditionelles Rettungsschirm – werfen und – packen in Zusammenarbeit mit Martin Ackermann von der Flugschule Fly-Magic, in der Columbiahalle in Tempelhof statt. Begonnen wurde die Schulung von Martin mit einer Vorführung und einer ausführlichen Erklärung zum Selbstpacken eines Rettungsschirmes. Wie wir sicher alle einmal gelernt haben, ist es wichtig, dass die Rettung wenigstens einmal im Jahr gelüftet und neu gepackt werden sollte, um ein Öffnen des Notschirmes zu ermöglichen. Und das sollte doch jedem Flieger wichtig sein. Danach ging es ans Werk. Mit seinem Gurtzeug an die Seile gehängt, konnte sich nun jeder nach Herzenslust ordentlich an seiner Rettung austoben. Wann kann man schon mal so ungezwungen seine Rettung werfen und dabei an seiner Wurftechnik feilen, wenn nicht hier. Und so dachten wohl auch die 28 Teilnehmer, die sichtlich Spaß an dieser Übung hatten. Einmal geworfen, gab es nun kein zurück mehr,  jetzt musste wieder selbst gepackt werden und die Schirme mussten ordentlich in die jeweiligen Container verstaut werden. Mit oder ohne Martins und Sebastians Hilfe, geschah dieses dann in einer 2er oder 3er Gruppe. Als krönenden Abschluss konnte man sich, wenn man wollte, an  Torstens vorbereiteten Buffet stärken, dass mit einer geringer Kostenbeteiligung reichlich und lecker war. Danke Martin und Torsten, geschrieben von Manja

Streckenflug-Workshop 2009

Mentales Vorbereitungstraining für die Saison 2009, auf Streckenflugmoeglichkeiten  im Alten Lager mit dem Gleitschirm

 
Am 16. Januar 2009 fand im Poseidon in Berlin ein Workshop zum  Thema “Mentales Vorbereitungstraining fuer die Saison 2009 – Streckenfliegen im Alten Lager mit dem Gleitschirm” statt. Ambition diesen Workshop zu veranstalten war, dass wir zwar alle wissen, dass man am Ende nur in der Praxis lernen kann, aber eine theoretische Vorbereitung unverzichtbar ist , um nicht planlos umherzukurven und unnötig viele Misserfolge einzustecken. 

Jeder Pilot weiss, dass es kaum etwas praktischeres gibt, als eine gute Theorie. So entwickelte sich die Idee einen vereinsinternen Erfahrungsaustausch zu organisieren von erfahrenen Streckenpiloten mit ambitionierten Gleitschirmfliegern , denen es noch an Erfahrung mangelt bis hin zu solchen, die mit ihren bisherigen Ergebnissen noch unzufrieden sind.  Die Resonanz war enorm. Es haben sich viele Piloten angemeldet. Bis auf 2 Ausnahmen sind auch alle, die sich gemeldet hatten, erschienen. Zur Einführung hielt Claus Gerhard seinen Vortrag zum Thema Flachlandfugtipps aus dem Alten Lager”, der uns auf das Thema des Workshops einstimmte.  Anschliessend ging Udo Reimann kurz auf das Thema “Lufträume” ein, insbesonders im Hinblick auf die neue Luftraumstruktur im Alten Lager ab März 2009. (Weitere Infos dazu sind demnächst in einem Seminar über die neuen Luftraumregelungen und anschließend auf unserer Website  zu entnehmen !!!) Egal wohin man geht, in welcher Gegend auch immer man sich befindet, wissen wir als Gleitschirmpilot, dass die Erfahrungen der “Locals” kein Lehrbuch ersetzen kann. Deshalb war es von grundlegender Bedeutung, dass sich drei unserer, inzwischen zahlreichen, vereinsangehörigen Streckenflugcracks zur Verfügung gestellt hatten Frage  – Antwort zu stehen. Ohne Viktor Milzin, Rene Pauly und Hagen Walter hätte die Veranstaltung als Workshop nicht stattfinden können.  Es kam zu einem regen Austausch, bei dem u.a. Fragen beantwortet wurden wie:

  • wann sich vom Platz lösen,  wann, wie, welche Wolke anfliegen, wann auch mal zurück oder quer zum Wind fliegen
  • … was fliegt Ihr an, merkt Ihr Euch “Hausbärte”, ab welcher Höhe fliegt Ihr nach Bodenmerkmalen, Bartsuche gegen Wind oder lieber
    mit Wind …
  • wann entscheidet ihr euch für Dreiecksflüge oder gerade Strecke? bei der der Flugplanung? Erst in der Luft? Wie sieht Euere Flugplanung aus?

Die Antworten  zeigten, dass jeder Pilot unterschiedliche Herangehensweisen an die XC-Fliegerei hat. Als Beispiele haben wir  Strecken besprochen, die im Sommer 2008 von drei anwesenden Piloten  bei Westwind geflogen wurden und eine Strecke bei Ostwind im Juli 2008. Als Organisatorin dieses workshops mochte ich folgendes Statement unseres Vereinspiloten Lothar George weiterleiten, weil ich mich dieser Ansicht  anschliesse:

“Ich bemühe mich eigentlich immer, sehr genau hinzuhören, wenn erfolgreiche Piloten von ihren “Heldentaten” berichten. Das hat mir sehr geholfen, schon in meiner ersten Saison ganz nette Flüge hinzubekommen. Der Workshop war eine sehr konzentrierte Form solchen Erfahrungsaustausches. Wer als Pilot offen ist, von Cracks zu lernen, dem kann ich nur empfehlen, als Helfer während der Wettkämpfe am Platz Altes Lager mitzutun. Das macht Laune, hilft dem Verein und ist Workshop der speziellen Art.” 

Organisation und Redaktion: Sonja Romeis

Spaß ohne Worte 2005

Fliegen mit gehörlosen Passagieren

Nach der Landung konnte mein Passagier seine Eindrücke nicht in Worte fassen. Das breite Grinsen und das anerkennende Klopfen auf meine Schulter sprachen jedoch Bände. Maik (37) war von seinem ersten Flug in einem Ultraleicht Trike begeistert. Trotzdem konnte ich mir nicht verkneifen, ihn zu fragen, wie es ihm denn gefallen habe. Maik gestikulierte und streifte sich dabei mit zwei Fingerspitzen über die Nase. „Das ist das Zeichen für Spaß“ erklärt mir Herr Scheerbaum, der auch meine Frage in Gebärdensprache übersetzt hatte, denn Maik kann mich nicht hören. So wie auch seine Mitbewohner, Andy (33), Sophie (23) und Melanie (19), die heute ebenfalls zum ersten mal im UL gesessen haben und freudestrahlend mit Handzeichen ihre Erlebnisse austauschen, ist Maik gehörlos.



Die vier leben in einer der Wohngemeinschaften, die von der gemeinnützigen Gesellschaft Sinneswandel in Berlin betreut wird. Diese fördert gehörlose und hörgeschädigte Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen unterschiedlichen Grades.
Als Henry Maek, der zweite Vorsitzende des Drachenflieger Clubs Berlin über seine Lebensgefährtin von diesem Projekt erfuhr, war für ihn sofort klar: hier kann der DCB einmal mehr beweisen, dass seine Gemeinnützigkeit nicht nur ein Steuertatbestand ist. Schließlich haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Menschen in Berlin und Brandenburg den Flugsport nahezubringen – und zwar allen!
Nach einiger Vorbereitung und einem bisschen Bürokratie (es mussten die Einverständniserklärungen der Eltern eingeholt werden), wurde am 3. Mai die WG8, die von Sinneswandel für unsere Einladung ausgewählt hatte, von Hans-Christoph Buddee mit einem Kleinbus in Berlin abgeholt und zum Vereinsflugplatz Altes Lager bei Jüterbog gebracht.
Dank des anfangs herrlichen Frühlingswetters herrschte an diesem Samstag bereits reger Betrieb: Gleitschirmflieger ließen sich mittels einer Winde in die Luft befördern, Drachenflieger wurden von UL Trikes in den brandenburgischen Himmel geschleppt.
Hans-Christoph erklärte der Gruppe die weitläufige Anlage und die verschiedenen Flugsportarten die auf diesem ehemaligen Militärflugplatz betrieben werden; als erster Vorsitzender des DCBs  ist er schließlich bestens damit vertraut. Auch hier übersetzten Herr Scheerbaum und seine Kollegin Frau Kayser Gesprochenes in Gebärdensprache.
Ihre Finger hatten erst wieder Pause als Maik, Andy, Sophie und Melanie andächtig die Vorbereitung eines Drachenstarts verfolgten.
Henry hatte Nadja, mit der er schon des öfteren Trike geflogen war, eingeladen, an seinem Doppelsitzer mitzufliegen. Für die junge Frau eine ganz besondere Erfahrung, da sie das Fliegen vor allem hört und fühlt; Nadja ist nämlich blind.
Die WG8 sah interessiert zu, wie Passagier und Pilot unter den Hängegleiter geschnallt und kurz darauf vom Schlepptrike nach oben gezogen wurden. Die Mutigen bekamen nun Lust, sich selbst die Höhenluft um die Nase wehen zu lassen, also wurden die Trikes für unsere Gäste startklar gemacht.



Leider spielte der Himmel vorerst nicht mehr mit, er hatte sich immer weiter verdunkelt und eine Wolke drohte gar mit Regen. Kurzerhand wurde die Überraschung vorgezogen, die wir für unsere Gäste hatten: ein Besuch bei der Garnison-Schau des Garnisongeschichtsvereins Jüterbog “St. Barbara” e.V. Ulli Teilemann, ein Vorstandsmitglied des Vereins, hatte uns ein tolles Angebot gemacht, nachdem er von unseren Gästen erfahren hatte: „Wir holen euch ab und ihr schaut euch alles an!“. Die Abholung, die dann eine halbe Stunde später auf den Platz rollte, war beeindruckend: ein gigantischer Lastwagen russischer Bauart. Damit wurde unsere Truppe zur benachbarten Barbara Halle transportiert um sich dort ein buntes (oder eher olives) Treiben anzuschauen. Militärfahrzeuge und -technik aus aller Welt, Sammlungen und Modelle konnten hier bestaunt und teilweise im wahrsten Sinne des Wortes erfahren werden.
Schnell war über eine Stunde vergangen, bis das russische Ungetüm mit unseren Passagieren zurück kam. Zwischendurch hatte es kurz geregnet woraufhin sich die meisten Wolken nach Süden verabschiedet hatten.
Für die vier gehörlosen Männer und Frauen ging es jetzt zur Sache, Overalls wurden angezogen, Helme ausprobiert und Handzeichen vereinbart: Daumen hoch für „alles okay“, Daumen runter für „ich will runter“.
Kurz darauf waren vier Trikes mitsamt Passagieren in der Luft. Von Leuten, die zum ersten Mal in einem Trike fliegen höre ich in der Regel immer das gleiche: „Toll! Phantstisch! So habe ich es mir nie vorgestellt!“. Bei diesem Mitflieger reichte ein enthusiastisch ausgestreckter Daumen, um das gleiche auszudrücken. Fliegen ist eh zu schön, als das man es in Worte fassen könnte. Maik hat mir gezeigt, dass es auch nicht nötig ist. Er strahlte mich an, ich grinste zurück und strich mit zwei Fingerspitzen über meine Nase. Spaß – ohne Worte!
weitere Infos bei:
Matthias Heib,                 Tel: 0171 – 2101667
Henry Maek,                     Tel: 0172 – 3003294