DCB on Tour
Oder wie verkürze ich die grauen Wintertage!!!
Am 19 Januar 2001 trafen sich morgens zu einer ziemlich unmöglichen Zeit zehn Fetzenflieger ,die das Grauen des Winter leid waren, um gemeinsam der Kälte des Nordens zu entfliehen. Jörg, Marion, Jannik, Evi, Carsten, Gisela, Snezana, Thomas, Willy und ich setzten uns in den Bauch einer 737 und ab ging“s Richtung Kanaren. Nach ca. 4 1/2 Stunden Flug konnten wir ihn sehen. Spaniens höchster Berg, der Pico del Teide steckte seinen Gipfel durch die Wolkendecke der Passatbewölkung über Teneriffa.
Super, endlich Sonne dachte sicher jeder, nur was ist denn das für ein Wind.
Mit guten 40 -50 km/h blies uns der Nordostpassat ins Gesicht. An Gleitschirmfliegen
nicht zu denken, wenn man die meteorologischen Besonderheiten Teneriffas nicht
kennt. Egal erst mußten wir uns ja eh noch um die Mietwagen kümmern
zur Finca fahren usw...... Die Finca Las Palomas liegt ca. 15 min. oberhalb des
Surfereldorado El Medano und ist, man kann es nicht anders sagen, eine traumhaft
schöne Wohnanlage. An dieser Stelle ein ganz großes Lob an Snezana
die das ganze organisiert hatte. ( www.teneriffa2000.de ).
Am nächsten Morgen Frühstück auf der Terrasse die Schirme in die
Autos und ab nach Jama. Jama ist eines der Fluggebiete Teneriffas, welches durch
Hügel und Bergketten des Teide geschützt im Lee des Passatwindes liegt.
(trotzdem Vorsichtig sein, alles hat seine Grenzen) Von weitem konnte man schon
die ersten bunten Schirme erkennen. Da es Mittags 13:00 Uhr war und die Termik
nicht gerade soft, beschlossen wir unseren ersten Flug nach doch bei den meisten
2 Monaten Flugpause , in ruhigere Luft zu verlegen.
Haben uns dann noch den Landeplatz angesehen und sind weitergefahren nach Los Cristianos, ein Fluggebiet direkt am Meer. Einen Café und erst mal ab zum Meer. Schwimmen, aber nicht ohne die Windfahne auf der ca.120m hohen Klippe aus dem Auge zu lassen. Gegen 16:00 Uhr drehte der Wind ( typisch für diesen Berg ) Schirme auf den Rücken und mühsam nach oben tragen. Belohnt wurden die Mühen des Aufstiegs dann mit einem herrlichen Soaringflug über dem Atlantik.
Abends dann zum Essen ins Viratures. Das Viratures ein Geheim-tipp unter den Einheimischen. Speisekarte nicht lesen können kein Problem. Los ab in die Küche wo uns die Köchin in alle Töpfe gucken lies und wir dann per Fingerzeig bestellten ;-)....
Die nächsten Tage waren dann von Flügen in Jama und am Taucho geprägt. Abends am Lagerfeuer sitzen, grillen und natürlich viel leckeres Cerveza und Vino Tinto ............... Prost Willy ;-))..... Zum Fliegen ging es jeden Tag auch wenn mancher schon mal 3 Std. am Startplatz verbrachte. ;-) Da wir ja auch Nichtflieger in unserer Truppe hatten gabs dann auch Aktivitäten wie wandern durchs Barranco del Masca oder ein Ausflug in den Teide Nationalpark.
Der
Traum eines jeden Gleitschirmfliegers auf Teneriffa ist sicherlich ein Flug vom
3718 m hohen Pico del Teide, was aber leider verboten ist. Nicht verboten und
deshalb auf unserem Plan war der Flug vom Observatorium. Man startet auf 2300
m Höhe unterhalb des Gipfel des Teide und hat einen 13 km Gleitflug bis zum
Strand von St.Cruz. Für dieses Vorhaben engagierten wir Armin, einen Deutschen
der seit einigen Jahren auf Teneriffa lebt und dort Gruppen von Gleitschirmfliegern
betreut. Armin kennt die meteorologischen Bedingungen der Insel sehr gut was für
dieses Vorhaben sehr nützlich ist. Wer hängt schon gerne mit seinem
Schirm in den Pinienwäldern oder verliert die Orientierung in der im Tagesverlauf
rasch aufziehenden Passatbewölkung.
Leider obwohl wir um 7:00 Uhr morgens [gähn] aufstanden und um 8:30 Uhr am Startplatz standen wurde der Flug vom bereits zu starken Nordostpassat vereitelt.
Schade aber nicht zu ändern.
Ich denke das ich im Sinne von allen spreche das dieser Urlaub fliegerisch wie auch sonst, ich denke da so z.B. an nächtliche Poolparty“s die einen mit, die anderen ohne Klamotten, sehr lustig war. Bedanken möchte ich mich noch bei den Nichtfliegern und Dosipassgieren Evi, Gisela, meiner Schwester Jutta und nicht zuletzt meiner geliebten Ehegattin Annette ;-)))), fürs Auto vom Berg fahren oder uns auf den Berg karren. Danke!!!
Mein Resümee:
Teneriffa ist kein Streckenflugeldorado aber sicher ein Ort für Flieger um den Winter mit schönen Termik und Soaringflügen zu verkürzen