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Drachenflieger Club Berlin e.V.

Gemeinnütziger Verein zur Förderung des Hängegleiter- und Gleitsegel-Flugsports in Berlin und Brandenburg.

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Chronik eines Ausflugs in die hohen Berge

Wie immer wenn’s in die Alpen geht wappneten wir (Hagen, Markus, Dietrich, Icke) uns mit den schlimmsten Erwartungen an das Wetter - sollten unsere Erwartungen übertroffen werden?

Die drei Drachenflieger unter uns wollten auf Punktejagd in Zell am See gehen, dort fliegt man im Pinzgau von der Schmittenhöhe, ein sagenumwobenes Gebiet. Und am ersten Tag hopsten wir auch noch von der Zillertaler Höhenstrasse, um das auch noch gesehen zu haben - Dietrich wollte auch gleich über den Gerlos-Pass ins Pinzgau fliegen, aber da war die Basis wohl 1.000m zu tief…

Angelo im Zillertal, Blick nach SO

Am nächsten Tag von der Schmittenhöhe war’s dann aber besseres Wetter, und man konnte bis zum Pass Thurn ritschen (dahinter verdüsterte es sich) und in die andere Richtung auch über den See hopsen - wer aber zu tief kam, musste sich in den vorgelagerten Rippchen verbeissen und diese eventuell auch bis zum Landeplatz abnagen.

Die Rippchen. Blick nach NO

Pünktlich zum Beginn des für eine Woche angesetzten Drachen-Wettfliegens war dann auch die erste Front angekündigt, so dass wir an diesem Morgen dank Markus’ Entschlussfreudigkeit schnell auf dem Weg Richtung Emberger Alm waren (mit Stefan Boller). Hier angekommen war es tatsächlich zum Fliegen, wobei es Richtung Westen/Lienz schon düster dräute (heisst ja auch Drautal). Wir konnten ein paar Stündchen rumfliegen, wobei es dem Autor gelang, den Landeplatz nicht mehr zu finden und dann bei einsetzendem Donner viel zu spät einzuschweben - nix passiert zum Glück, ich konnte sogar den Drachen im leeren Festzelt abbauen!

Nach Westen trübt sich der Blick (hier Pinzgau)

Am nächsten Morgen standen wir alle wieder auf der Schmittenhöhe, und wer sich auf dem Berg mit dem Auf- und dann schnell wieder Abbauen des Drachens zu viel Zeit liess, wurde mit schönem Hagel und Blitzen beglückt (ja wer wohl).

An der Basis. Foto: Konrad Lüders

Nun begann das Intrigenspiel des Verfassers dieser Zeilen, der sich schon am nächsten Tag für einen Verzicht auf Punkte und Ranglisten bereit erklärte und auch Markus dazu überreden konnte, die Drachen von der Schmittenhöhe herunterkommen zu lassen und unser Glück auf der Emberger Alm zu versuchen. Hagen war auch dabei und so liessen wir Dietrich als letzten Abgesandten des Team DCB auf dem Berg zurück, auf das er für uns das Gesicht wahren solle.

„Es wird auf jeden Fall geflogen“

Bei der Querung des Alpenhauptkamms von Nord nach Süd (Pinzgau nach E-Alm) fuhren wir aus strahlendem Sonnenschein in eine Wolkensuppe, die sich aber Richtung E-Alm auflockerte. Dort hopsten wir durch die vermeintlich letzten Wolkenlücken zu Tal, um dort festzustellen, dass ja nun die Sonne schien und man wieder hochfahren könnte. Markus stellte sich dieser Herausforderung und riss Hagen mit, während ich lieber im Badesee planschen ging. Auf dem Camping war auch Emil Dvoroznak, in dessen Zelt wir pennen konnten, weil er noch einen Tag in Zell am See verweilen wollte, danke Emil! Chris Seifert und seine Freundin Margie waren auch da (sie waren schon mal zwei Wochen in AL, weil’s ihnen dort so gut gefiel, sieh an), und so wurde es ein netter Abend, obwohl Hagen und Markus auch beim zweiten Versuch im Schatten landeten.

FP Zell (m.o) und LP Schett (m.u.)

Am nächsten Tag kam Emil vorbei mit Dietrich und Drachen+Zubehör, so dass unser Team wieder komplett war. Zu unserer Beruhigung und gespielten Bestürzung hatte es am Vortag im Pinzgau nur zu einem Abgleiter gereicht für das gesamte Wettbewerbsfeld, so dass der Sieger ganze 7 Punkte von 1.000 möglichen einstreichen konnte. Jetzt liess eine föhnige Südwestströmung die Muskeln spielen und wir gammelten so rum, bis Mittags der Entschluss fiel, nach Hause zu fahren.

The Zell

Hagen hatte während unseres Aufenthaltes aber immer die perfekte Wetterberatung von René, der uns von Berlin vor dem Bildschirm briefte. So kam es, dass wir nach kaum 30 KM den Entschluss fassten, doch noch nach Bassano zu fahren, weil’s dort doch noch gehen sollte. Dort angekommen fing es schon an zu tröpfeln, und nachts im Zelt gab das beruhigende Trommeln des Gewitters die Gewissheit, mal richtig ausschlafen zu können.

Markus auf der Rampe

Wundersamer Weise war es aber am nächsten Tag knalleblau und auch nicht zu viel Wind, so dass ich das erste Mal von der Caféteria-Rampe hopsen durfte (vorher war ich immer nur mit Gleiti dort gewesen). Man konnte an diesem Tag prima rumfliegen und Dietrich schaffte sogar den Sprung über das grosse Brenta-Tal und auch wieder zurück. Hagen wurde in diesem Gleiti-Paradies bestraft, weil er erst zu viel (Seiten-) Wind hatte und dann auch noch abgesoffen ist. Die Hochkratz-Bedingungen waren aber bei einem ca. 30er Westwind auch eher Drachen-kompatibel, oben angekommen ging`s dann aber nett von Wolke zu Wolke.

The Dietrich

Am Samstag waren wir natürlich nochmal hochmotiviert und wollten Fliegen bis der Arzt kommt, aber die grauen Monster, die über uns rasten, verhinderten das und so zuckelten wir dann gemütlich zurück ins heimische AL.

Blick von der Schmittenhöhe nach S

Wir hatten uns wacker geschlagen und auch nicht die Knochen ramponiert, und nächstes Mal ist natürlich die absolute Hammerphase, das ist sicher. Wer trotzdem lieber hoch und weit fliegen will statt nass und tief, sollte sich mal überlegen, ob es nicht in Laragne oder Piedrahita auch schön sein kann, auch wenn’s eben mehr zu fahren ist. Immer der Sonne nach und viele schöne Flüge wünscht euch

Georg