Im Land des Drachens
- zur Paramotor Weltmeisterschaft 2007 in Beijing -
Hallo liebe Leser,
hier sind die aktuellen Gedanken und Tagebücher von
wichtigen und unwichtigen Schreibfetzen aus Peking/China von uns ![]()
Zum kleinen deutsche Nationalteam gehören:
- Armin Appel: Meister Sanitärtechnik, langjähriger Liga- und Motorschirm-Wettkämpfer, Fussstarter (PF1)
- Jens Hicken: selbstständiger Computerfachmann, Amateurfunker, Flyke-Flieger in der Trikeklasse (PL1)
- Jörg Maaß: Eisenbahn-Ingenieur, Mit- und Ohne-Motor Flieger und Tandempilot, Fussstarter (PF1)
- Richard Krüger-Sprengel: Chef der Firma Helix-Propeller, Chef der Nationalmannschaft, Trikeklasse (PL1)
- sowie Herrmann von der Firma Helix als Team-Assistent
------------------------------
Freitag, 24. August - Higgy:
Hallo Leute,
wir sitzen grad in der 747 der Air China, und haben unseren Abendsnack auch hinter uns. Es ist nun 23:12, in China also ca. 6 Uhr morgens.
Unsere Motoren und Trikes sind bereits gestern per Luftfracht in Peking
eingetroffen sagte uns Richard. Nach der Anreise per Bahn trafen wir uns in
Frankfurt gegen 18:00 Uhr. Freitagsnachmittags mit der Bahn zu reisen ist nicht
wirklich empfehlenswert . Nach der ersten Dose
chinesischen Bieres haben wir auch gleich die nötige Nachtschwere erreicht, denn
wenn wir in Peking ankommen, wird es ca 11:30 mittags sein, d.h. also dann noch
ca 10 St bis es ins Hotelbett geht. Also
versuchen wir mal ein bisschen die Äuglein zuzumachen. Morgen schauen wir dann
wie es weitergeht. Jetzt lief grad noch eine Saft-Schubse , ach ne Stewardess heissen die ja, herum und verteilte 2 Zettel, die wir für die
Einreise noch ausfüllen mussten. Aber nun wird die Lehne zurückgeklappt, dann
können wir noch 4 St die Augen schonen .....
Am Flugplatz angekommen holte uns ein Bekannter von Richards Bruder mit einem VAN ab und brachte uns zu
unserem Hotel. Die meisten von uns hatten nun ca. 30 Stunden oder mehr nicht
mehr geschlafen.
Wir checkten ins Hotel ein, aber an Schlafen war nicht zu denken, denn trotz
der Müdigkeit haben wir uns die 15 Min. zum Airfield fahren lassen (in China
dürfen Ausländer nicht Auto fahren ), um unsere Geräte
noch in Augenschein nehmen zu können.
Diese hatten die Reise per Luftfracht (von Helix super verpackt und
verschickt!) gut überstanden und wir haben ( da wir ja
grad vor Ort waren) alles
gesichtet und zusammengebaut.

Mit einigen Zuschauern kurz die Motoren mit dem
langwierig organisierten Sprit zum Test laufen lassen, ein bisschen die Schirme
aufgezogen und den einheimischen Jungs beim Starten zugeschaut.
Aber gegen 18:00 Uhr sind wir dann langsam Richtung Hotel gefahren, haben uns
kurz frisch gemacht und sind zum krönenden Abschluß feudalst für umgerechnet
ca. 3 Euro pro Nase essen gefahren. Damit endete dann der erste Tag in China.
Zur Info, Zeitunterschied = 6 Stunden sind wir euch voraus.
Also wenns bei euch 12: 00 mittags ist, ists hier schon 18:00 Uhr
-------------------------------------
von Jörg:
Während ich hier an Armin's Pocket PC versuche, mit der
kleinen Tastatur zurecht zu kommen, dringen durch das offene Fenster recht
gruselige Karaoke-Gesänge an mein Ohr, während vom Gang durch die Zimmertür
Alarmsignale und Schläge gerade verklungen sind - das unwillige elektronische
Türschloß scheint nun den Widerrstand aufgegeben zu haben.
Dabei ist hier noch nicht einmal Mitternacht...
--------------------------------------
Freitag, 24. August - Jörg
Früh aufgestanden und ab geht's nach Berlin-Schönefeld. Pünktlich komme ich am
Aeroflot-Schalter an, keine Probleme wegen des Propellers sowie diverser
Ersatzteile im Gepäck und nicht lange später kann ich mir überlegen, wie ich
die gut vier Stunden Aufenthalt in Moskau-Scheremetjevo rum bekomme. Mal durch
die duty-free Läden schlendern, aha Cognac für 5700 € die Flasche, dann doch
lieber Wasser.

Nein, ich komme doch noch zu meinem Cognac, Russen trinken nicht gerne allein,
und so werde ich von Andrej, einem Schuhhändler vom Rande des Urals, der im
Flieger nach Beijing neben mir sitzt, eingeladen und die erste Hälfte des
Fluges vergeht angenehm.
-----------------------------------------------
Sonntag, 26. August, Jörg:
Treffen mit unserem Fahrer und los geht’s zum Chinesischen Frühstück. Er fragt
uns vorher noch, ob wir nicht lieber zu McDonalds gehen wollen, wir aber
entscheiden uns mutig für ein original Chinesisches Frühstück und wundern uns
dann schon, als es neben Suppe mit salzigen Teigtaschen nur Sojamilch zu
trinken gibt. Hermann gerät in seinen ersten akuten Koffein-Entzug.
Als wir an der Chinesischen Mauer ankommen, ist dort alles nass und wir können
unsere Regenkleidung testen.

Aber zuerst müssen wir noch den Spießrutenlauf durch die Reihe der Händler absolvieren. Bequem hoch geht es mit der Kabinen-Seilbahn und dann stehen wir auf dem gewaltigen Bauwerk und stimmen ab, in welche Richtung wir uns bewegen wollen. OK, nicht die größte Steigung sondern Richtung der anderen Seilbahn. Gerade sind die wenigsten Abschnitte der Mauer, die in Höhen- und Seitenwindungen dem Bergeverlauf folgt.

Und während Jens und Hermann die Seilbahn nach unten
wählen und Armin und Richard hinunter laufen, muss ich unbedingt noch zum Ende
des begehbaren Abschnittes, um auch einen Blick auf den weiteren Verlauf zu
werfen, der sich mit starkem Baumbewuchs auf der Mauerkrone über die nächsten
Berge windet und dem Blick entschwindet.

Bei einem kurzen Einkaufshalt wundere ich mich, warum das
unscheinbare Gebäude auf der gegenüber liegenden Straßenseite
so viel häufiger aufgesucht wird als der kleine Laden, vor dem wir stehen.
Zusammen mit den besonderen Geruch wird klar – hier gibt es nur eine öffentlich
Toilette für alle Einwohner, und das soll typisch für die vielen kleinen Orte
sein!
Zwischenstopp am Straßenrand mit Datteln frisch vom Baum und nach einer kurzen
Erfrischung im Hotel geht es zum Abendessen recht weit in Richtung
Stadtzentrum.

Immerhin liegt das Restaurant, zu dem es heute geht
innerhalb des vierten Ringes – vom Zentrum ausgehend gibt es vier Ringstraßen,
die sich im Sonntag-abendlichen Verkehr auch sehr gut gefüllt zeigen.
Das Restaurant ist ein besonderes. Hier gibt es neben gutem Chinesischem Essen
auch all abendliche Aufführung über Chinesischen Gesang (sehr chinesisch!),
Akrobatik bis hin zum Maskentänzer, der zehn oder mehr Masken so blitzschnell
wechselt, dass es unmöglich zu verfolgen.
Für mich besteht der Höhepunkt in einer KungFu
Vorführung, bei dem der Artist eine in der Hand gehaltene Nadel durch eine
Glasscheibe schlägt und einen Luftballon dahinter zum Platzen bringt. Ich
selbst bin durch das Essen ebenfalls fast wieder zum Platzen gebracht, wenn
auch die Auswahl heute etwas „chinesischer“ als am Vortag erscheint.

Der Disput auf dem Rückweg zum Hotel, ob wir morgen noch
einen Kulturtag einlegen wollen oder uns lieber um unsere Ausrüstung kümmern
zieht sich durch das zeitweilige Einschlafen bis zu drei Beteiligter etwas in
die Länge und endet mit dem salomonischen Spruch: „Das entscheiden wir morgen“.
Und während Armin und mir auf dem Weg zu einem „Absacker-Bier“ dutzende
trunkene Chinesen entgegen taumeln, schlagen sich Richard und Jens bis spät in
die Nacht unermüdlich einen Weg ins Internet frei.
Nun stell Dir vor, dass von draußen Karaoke Musik in gruseligster Machart klingt
und vom Flur nächtliche Reparaturarbeiten an einem elektronischen dudenden
Türschloss und bei allem eine dichte Fensterverhängung vor den Lichtfluten der
Fassaden Scheinwerfer schützen – dann weißt Du, warum das Einschlafen bei mir
irgendwie gar nicht passieren will…
von Jens:
Sonntag 26.8.07
Heute hat es den ganzen Tag geregnet, sodass wir unsere Geräte leider nicht
auch flugmässig durchchecken konnten nach dem (von Bo bestellten) typischen
China-Frühstück (Fleischsüppchen, warme Soja-Milch und eine Art Lachmacun (
türkische Rolle ) (leider ohne Kaffee und Brötchen ) .
Da wir aber ja nun schon mal hier sind, haben wir die Zeit mit unseren Fahrer
"Bo" genutzt um die ca. 1 Autostunde entfernte "Chinesische
grosse Mauer" genauer zu betrachten.
"Eindrucksvoll und touristisch erschlossen" trifft es wohl am besten.
Auf dem Weg zur Mauer haben wir in einem Dorf an einem kleinen Laden
innegehalten um unsere Sim-Karten für China zu holen und zu aktivieren dann
ging es dann zum Parkplatz unterhalb eines Stückchens der riesigen Mauer.
Dort ausgestiegen musste man sich erst einmal Tickets kaufen ... für die
Seilbahn und den Eintritt usw. ( ca 100 Yuan = ca 10
Eu ).
Dann noch ca. 500m durch eine Gasse mit vielen kleinen Verkaufständen ( Marokko-Urlauber kennen das) und wir konnten rein in die
Seilbahn.
Wir sind einen Teil auf der (restaurierten) ca. 600 Jahre alten Mauer
marschiert und dann mit einer anderen Seilbahn wieder runter.
Auf dem Rückweg mit Bo nach Peking versorgten wir uns noch mit etwas Obst und
Früchten und dann ging es mit Bo zum Abendrot.

Er empfahl uns ein Restaurant mit einer kleinen Bühne (an
der wir direkt vorne saßen) und er bestellte für uns wieder ein paar Gerichte
die wir dann gemeinsam (von allem etwas) probiert haben.

Auf der Bühne sah man derweil allerlei Kurioses,
Sängerinnnen, Tänzerinnen die originale traditionelle chinesische Vorführungen
zeigten, eine Frau die mal 80 und 130 kg Tonkrüge mit den Füßen balancierte und
ein paar sportliche Jungs die ein wenig Kampfkunst zeigten.
Dann ging es zurück zum Hotel und hier sitze ich nun wieder am Rechner und tippe .....
Gleich gehts ins Bett, morgen früh hoffen wir auf Fluchwetter
....
PS: Für übermorgen ( Dienstag) hat sich das ZDF hier
angemeldet ...
Montag, 27. August, Jörg:
Ja, so sieht es aus. Heute Vormittag finden die anderen sogar eine Möglichkeit
zu frühstücken, allerdings nur von halb acht bis viertel neun. Aber ich wache
nach der kurzen Nacht erst kurz vor neun auf und fahre darum gleich mit dem
Team auf das Flugfeld. Der mehrfache spanische Weltrekord-Halter, Ramón
Morillias, fliegt schon – ihn stört es weniger, dass wir bis zur offiziellen
Einschreibung noch Flugverbot haben.
Nach einigen Zusammenbau- und Bastelarbeiten sieht mein Motor soweit in Ordnung
aus. Ich bräuchte bloß noch Benzin und könnte auch mal eine Testrunde drehen
oder zumindest den Motor mal Probe laufen lassen.
Das Wetter ist heute wieder heiß wie am Ankunftstag und es ist am besten, alles
irgendwie im Schatten zu erledigen…
Aber so kann ich die Zeit nutzten, mich mit der Rechentechnik vertraut machen
und ein bisschen mich mit dem italienischen Motorhersteller Matteo Vittorazi
plaudern, der gerade einen nach 15 Flugminuten zerstörten Motor zu reparieren
versucht und sich über den technischen Verstand seiner chinesischen Kunden
etwas verwundert zeigt.
Und
morgen sollen wir sogar zum Fliegen kommen...
Dienstag, 28.August, Hermann:
Heute gings nun richtig los: Alle durften nach erfolgter Registrierung fliegen.
Um es gleich vorweg zu nehmen, es wurde ein sehr langer Tag und zwei unserer
Piloten waren zwischenzeitlich überzeugt, dass sie hier nicht mehr zum fliegen
kommen.
Aber davon später mehr.
Zunächst einmal war für mich die Nacht um 10 vor 7 (0:50 Uhr deutscher Zeit) zu
Ende und ja, ich spüre den Jetlag noch!
Von Jens und Richard wusste ich, dass sie am Vortag Kaffee zum Frühstück
bekommen hatten und so war ich frohen Mutes zu
meinem ersten Kaffee in China kommen. Tja, es kam wie es kommen musste: Auf
meine Frage hin, erntete ich zunächst verständnislose Blicke und schließlich
ein superfreundliches "No Coffee, Sir".
Aber ich war vorbereitet
.
Nachdem drei von uns nach freundlichem und nachdrücklichem Reklamieren, von
Zimmern der billigsten zur besten Kategorie umziehen durften, hatte ich im
meinem Zimmerkühlschrank ein Tütchen Nescafe Cappuccino entdeckt und
sichergestellt.
So verlangte ich nun nach heissem Wasser und es ist erstaunlich, wie gut so´n
Glas Tüten-Cappuccino nach fast 4 Tagen Kaffeeentzug schmeckt.
Um neun waren wir dann auf dem Flugfeld. Beste Flugbedingungen führten zu
verstärkten Nachfragen, wann denn nun geflogen werden durfte (Ramon war da
schon längst wieder in der Luft). Wir nutzten die Zeit zu letztem Tuning an den
Fluggeräten und gingen schließlich bestens vorbereitet gegen Mittag an den
Start. Jens´ Flyke zog einiges an Aufmerksamkeit auf.
Dann war es endlich soweit, Jens ging als erster in die Luft, direkt gefolgt
von Richard mit seinem Eigenbautrike.
Darauf hatte ich nun zwei Tage gewartet und es war einfach großartig die Beiden
in Formation über das Gelände fliegen zu sehen. Kurz darauf starteten auch Jörg
und Armin. Erstaunlicherweise war zu diesem Zeitpunkt niemand sonst in der
Luft. Einfach ein toller Anblick! Wer da keine Lust zum Fliegen bekommt, dem
ist nicht zu helfen.
Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug
.
Richard wechselte auf seinen nagelneuen, am Freitagmittag erst gelieferten,
Naja-Schirm um. Nach weiteren Modifikationen am Trike um die Abstimmung zu
optimieren, kam so etwas wie Begeisterung auf und ich denke, das er heute
glücklich und sehr zufrieden zu Bett geht.
Bei den anderen liefs leider nicht so optimal.
Jörg hatte kleinere Probleme mit dem Gerät und war mit seiner Performance nicht
voll zufrieden.
Jens Schirm drehte sich bei einem Startversuch ein, drei Hauptleinen kamen
zwischen Prop und Käfig und zogen den Prop heran bis er anschlug. Die 3 Leinen
rissen, eine Blattspitze brach ab und eine Strebe war etwas verbogen. Bitter,
bitter!
Im ersten Moment war er überzeugt nun zum Zuschauen verdammt zu sein. Aber wir
sind "the German Team" und keine zwei Stunden später war Jens wieder
in der Luft. Ein Ersatzprop, Leinen aus einem neuem Schirm und ein bisschen schweißtreibender Aufwand genügten.
Bei Armin siehts leider nach einer mehrtägigen Pause aus. Nachdem sein Simonini
zunächst ein ungewöhnliches Geräusch machte, ging er ihm mitten im
"Fast/Slow" - Training aus. Nach Außenlandung und bestens
organisiertem Rücktransport, wurde der Motor von ihm zerlegt und die Diagnose
ist nicht so erfreulich:
Die Zündspule ist hinüber und die Aufhängung der Lichtmaschine im Motor
abgebrochen. Teamleader Richard schlug konsequent vor, bei Fresh Breeze
augenblicklich telefonisch die notwendigen Ersatzteile zu bestellen. Da war es
18:45 Uhr Ortszeit, viertel vor 1 in Deutschland. Mittlerweile sind die Teile
unterwegs nach China - vielen Dank an die Freshies!
Bleibt noch zu erwähnen, zum Abendessen hatten unsere Gastgeber eine Riesendose
Cappuccino aufgetrieben! Ich fange an dieses Land zu lieben
.
Mittwoch 29.8.07, Jens:
hier ein kleines Video mit der Fotokamera gedreht, damit
ihr euch ein Bild machen könnt über die Gegend in der wir hier fliegen, war
leider etwas diesig hier.
http://www.motor-schirm.de/film/MVI_0436.AVI ca.
65 MB
PS: Das ZDF Team ist nun auch hier, es berichtet ein paar Tage von hier, und
das wird am 9.9. zwischen 17:00+18:00 Uhr gesendet werden.
--------------------------------------------------------
Mittwoch 29.8.07, Armin:
Ein herzliches "ni hao", nach Deutschland.
Heute darf ich (Armin) den Tagesbericht von der Weltmeisterschaft im Motorschirmfliegen vom 29.08.2007 verfassen.
Heute Morgen hat Hermann es doch tatsächlich geschafft, das uns, die immer
lächelnde Bedienung, endlich mal Kaffee ans Frühstücksbuffet stellt. Kaffee aus
Kaffeepulver, aber immer hin. Das wir beabsichtigten
den Kaffee in Tassen und nicht in den servierten Gläser zu uns zu nehmen,
konnte Hermann auch noch erreichen. Ich denke, wenn wir China verlassen werden
wir einen frisch aufgebrühten Bohnenkaffe zum
Frühstück bekommen. Hermann wird das sicherlich hinbekommen, da bin ich
zuversichtich.
Ich selber habe heute Nacht fast gar nicht geschlafen. Ständig ging mir mein
defekter Motor im Kopf rum. Gestern Abend habe ich festgestellt, das es mir die Magnetspule mit Zündspule aus der
Alu-Haltepaltte heraus gerissen hat. Desweiteren sind alle Spulen beschädigt.
Ersatzteile sind bei Fresh Breeze bestellt, aber bis die in China ankommen,
......das kann dauern. Ich habe beschlossen, den Schaden selber zu reparieren.
Als wir um ca. 9:00 Uhr auf dem Flugfeld eintrafen hab ich meine Konzentration
voll und ganz auf die Reparatur gelenkt.
Als erstes habe ich die Komplette Halteplatte (für die Fachleute unter uns
11079S Solo Simo Adapter) demontiert. Dann hab ich die Kupferdrahtwicklungen von
(11067.1S Lichtspule) der Lichtmaschiene entfernt, den beschädigten Kupferdraht
von der Zündspuhle hab ich vorsichtig mit einem sehr scharfem Messer freigelegt. Die blanke Kupferstellen mit
Lötzinn verlötet, so dass ich einen Wiederstand von 306 Ohm messen konnte. Da
die Halterung von der Aluplatte herausgerissen war, musste ich durch den
Spulenkern zwei Löcher mit 5,5mm bohren und auf der Aluplatte zwei M5er Gewinde
einschneiden. Ich hab dass in der Werkstatt der Chinesen gemacht. Leider war
deren Werkzeugausstattung auch nicht so wie man sich das wünscht. Als
Säulenbohrmaschiene muste ein Akkuschrauber und eine Holzbank herhalten. Beim
Bohren ist mir dann ein Bohrer abgebrochen und hat einen Fetzen Haut aus dem
linken Daumen gerissen. Nicht schlimm, blutet halt. Allerdings sind die
Chienesen sehr hilfsbereit, so wurde mir während der Arbeit ständig das Blut
von meinem linken Daumen mittels Wattetupfer gewischt. Full service at work.
Nachdem ich den ganzen Krempel gelötet, fiexiert und
geklebt hatte, baute ich die feldmässig reparierte Zündspule wieder ein. Ihr
könnt euch mein Grinsen nicht vorstellen, als der Motor nach 7 Stunden
Bastelarbeit auf Anhieb anlief.
Ein metallisches Nageln im unteren Drehzahlbereich machte mir nun Sorgen. Nach
zwei weiteren Stunden intensiven Schraubens konnten wir die vermutliche Ursache
feststellen. Der Sprit, den wir hier auf dem Flugfeld bekommen ist von extrem schlechter Qualität. 93 Octan!!!!!! Das ist
noch beschissener als Normalbenzin mit 95 Octan.
Jörg war heute den ganzen Tag damit beschäftigt, Kanister und Benzin für uns zu
besorgen. Die Chinesen haben uns einen Tankwagen in der Nähe des Hangar gestellt. Dort können wir Benzin mit 93 Octan und
miesester Qualität für 10 YUAN per Liter kaufen; umgerechnet ca. 1 EURO/l. An
der Tankstelle kostet Superbenzin mit 97 Octan, aber ebenso mieser Qualität,
nur den halben Preis.
Um den Sprit transportieren zu können, kann man für 15 Euro einen 20 Liter
Stahlkanister ausleihen. Dummerweise sind das irgendwelche Uraltkanister aus
Armeebeständen. Diese Kanister sind innen lackiert, diese Lackierung ist mit
Sicherheit resistent gegen Benzin mit Bleizusätzen. Bei Befüllung mit
bleifreiem Benzin jedoch löst sich dieser Lack auf und verstopft den Vergaser.
So ist es den Belgiern ergangen. Die tauschen gerade ihre Filter aus und
reinigen Vergaser. Jörg hat vorsorglich den Benzinkanister vor der ersten
Befüllung mittels 1,5 l Spritt ausgewaschen. Auf die Frage, wohin er das
restliche Benzin schütten solle, bekam er ein verständnissloses + trockenes:
" in die Wiese dort"..........
Wegen der Kanisterproblematik sah der Tankwart sich wohl schon arbeitslos und
hatte einige Kunststoffkanister und Metallkannen bereitgestellt. Nun gut, Jörg
ergatterte uns drei davon. Leider währte die Freude nur kurz, denn alsbald
erschien der Tankwart im Hangar und forderte seine Kanister zurück; alle
mittlerweile aber mit einer kleinen Deutschlandfahne und einem "Team
Germany" verziert.
Argggggnnnn.
Nach weiteren Diskussionen hat der Veranstalter dann Kaufkanister für 2 Euro
das Stück verteilt. So geht's in China...
Um sämtlichen Gerüchten vor zu beugen: Nein, uns ist nich langweilig und ja,
die Chinesen sind so.
Gut, das mit den Kanistern läuft jetzt, der Sprit ist immer noch schlecht und
ich bin heute 2x 20 Minuten mit meinem reparierten Motor geflogen.
Richard und Jens konnte den heutigen Tag für Trainingsflüge und Feinabstimmung
der Motoren nutzen.
Morgen kommt das Filmteam vom ZDF Herr und Frau Gally.
----------------Bilder
folgen morgen im Laufe des Tages --------------
Donnerstag 30.8, Armin :
Guten Morgen Deutschland.
Heute Morgen ist das Filmteam zu uns gestossen , Hännes und seine Frau Martina sind sehr nett und interessiert. Nach einem
kleinen Gespräch beim Frühstücks-Buffet, steigt die deutsche Nationalmannschaft
in den Bus zum Flugfeld. Heute ist wieder freies Fliegen angesagt. Nun, das mit
dem freien Fliegen ist in China so eine Sache. Wir dürfen uns in einem 4km x
6km und 650Metet hohen Bereich tummeln.
Nun ja, Abends wuden Higgy und ich sehr freundlich aber bestimmt darauf
aufmerksam gemacht, sich nicht ausserhalb dieses Flugbereiches zu bewegen.
Morgens fing Hännes mit den Dreharbeiten an. Auf dem Programm stand erst mal
Equipment filmen.
Das heisst Karabiner rein, Karabiner raus, ja gut noch mal von dieser
Perspektive, Karabiner rein, Karabiner raus. Motor an, Motor aus,........... Es
ist schon erstaunlich, mit welcher Geduld sich diese Beiden mitbringen und sich
mit uns und der ganzen WM auseinanderstzen.
Das alles für einen kleinen 8-12 Minütigen Filmbeitrag. Wow, Hut ab.
Abends wird noch ein kurzes Interview aller deutschen Teinehmer abgedreht bevor
sich die Gally's von uns verabschieden und im Hotel verschwinden.
Wir selber sind auch etwas müde und nach einem wieder mal sehr ausfühlichem
Mahl in unserem "Hot Spring Hotel" treffen wir uns in Higgy's
Hotelzimmer, Skypen (Internettelefonie) nach Hause, schreiben Berichte und
sortieren Fotos bis auch wir müde in unseren Zimmern verschwinden.
Ach ja, mein Motor läuft immer noch, ich hoffe er hält durch.
So nun morgen schreibt Higgy den Bericht.
Freitag 31.8.07
Hallo da hinten im schlechten Wetter ![]()
.
Heute war es endlich soweit, das Wettkampfbüro hatte uns den ersten Test-Task
ausgegen, auf den wir uns morgends vorbereiten konnten.
Es war eine kombinierte Aufgabe, Präzisionsstart, Japanese Slalom gefolgt von
einer ( sehr kleinen ) Navigationsaufgabe und dann die Präzisionslandung ( mit
Motor aus 1 min vorm Boden ).

"Unser" TV-Team war auch wieder vor Ort und
filmte den "Japanese Slalom" auf dem Feld. Alle deutschen Piloten
hatten hier sehr gut geflogen und keinerlei Probleme.
Da es allerdings etwas bockig war und jede Menge Kameras und Leute um die
Kicking Sticks auf dem Feld direkt am Parcour standen war es allerdings bereits
erhöhte Schwierigkeit und da es ja noch nicht gewertet wurde sind einige mehr
auf Sicherheit geflogen. Hoffen wir beim echten Wettbewerb ab morgen sind die
Strecken nicht so dicht bevölkert.
Nach dem Flug haben wir uns wieder der Lieblingsbeschäftigung aller hier
gewidmet: Sprit filtern, Sprit filtern, sprit filtern ......
Unsere Logger scheinen nach ca. 1 Stunde RESET auch endlich gemerkt zu haben
dass wir in China sind, somit sind wir nun eigentlich bereit.
Ab nun gibt es auch das bereits im Voraus bezahlte Essen immer auf dem Airfield
direkt, sodass wir wohl nicht mehr "draussen" essen werden.
Es sind etwas warm gemachte Aluschalen mit verschiedenen Speisen, heute z.B.
Spaghetti, Reis, Hühnchen, Kartoffelpuffer, Shrimps und Gemüse (jeweils immer
so 1-2 Löffel voll).

Abends startete ein Feuerwerk und eine Live-Musikshow
direkt auf dem Startplatz, und solangsam wird das Feld immer enger und enger,
da von der eh schon sehr sehr kleinen Startfläche immer mehr Gelände für
diverse Dinge abgesperrt werden, aber auf dem sich nun bald über 100 Piloten
beim Starten "fetzen" werden ! !
Ich denke das wird noch ein sehr großes Problem, besonders mit den ( mehr Weg brauchenden) Trikes und besonders den
"schweren Trikes".
Nunja wir werden sehen wie es weitergeht, wir sind alle sehr gespannt.
Wettertechnisch ist es hier sehr stabil, fast jeden Tag ist es von morgens 6:30
bis 19:00 Uhr fliegbar, aus allen Richtungen bläst es hier dann zwar mittags
mit ca. 20 km/h aber davor und danach sind sehr gute Bedingungen, hoffen wir
das hält sich noch 8 Tage.
Allerdings darf nur dann gestartet werden, wenn die "Fenster offen"
sind, da der Luftraum hier (von der chin. Armee) erst bestätigt werden muss.
Morgen wird die offizielle grosse Einweihungsparty und offizielle Start sein,
auf die wir schon sehr gespannt sind.
Abends haben wir auch wieder auf dem Field gegessen, und sind sehr spät vom Bus
ins Hotel gebracht worden, dort habe ich dann nur noch ein bisschen
"geskypet" und bin nach dem Blog schreiben sehr müde ins Bett gefallen
.
Samstag 1.9.07 , Jörg
Der letzte Trainingstag heute, bevor es morgen mit der ersten
Wettbewerbsaufgabe losgehen soll. Wir nutzen die Zeit, um eine kleine
Navigationsaufgabe zu rechnen und zu fliegen. Während Richard mit seinem schnellen
Schirm anschließend direkt über die Stadt ChangPing fliegt, ziehen Armin und
ich es vor, außen herum zu fliegen. Die Karte zeigt nicht sehr viele Details
und ist auf einem alten Stand – viele neue Wohnsiedlungen im DDR-Plattenbaustil
scheinen hier in den vergangenen Jahren entstanden zu sein und noch weiter zu
entstehen.
Am Nachmittag findet dann die Eröffnungsfeier statt. Zuerst die offiziellen
Reden. Doch dann folgt ein wirklich schönes Programm, das mit einer rasanten
Vorstellung von Kung-Fu Schülern eingeläutet wird.

Der Dynamik der Jugend folgt die Weisheit des Alters – vielleicht 100 weiß
gekleidete Damen mit roten Fächern bewegen sich nach chinesischer Musik im
Tai-Chi.

Dann mehrere Salven von Mini-Raketen – wohl ein Symbol auf den Griff Chinas
nach den Sternen. Und schon folgt der Überflug der Nationen, bei dem für
Deutschland Armin mit seinem Motorschirm teilnimmt – jedes der anderen
Teilnehmerländer stellt ebenfalls einen Piloten für den improvisierten
Formationsflug.

Wie ein lange trainierter Formationsflug aussieht, zeigen uns die fünf
chinesischen Motorschirme, die mit wohl 100 Meter langen Farbbändern die
olympischen Ringe an den Himmel zaubern.

Ein Überflug von Trikes, die aus größerer Höhe fünf Fallschirm springende
chinesische Schönheiten absetzten sowie die Punktlandung einer jeden der fünf
jungen Frauen beendet das Show Programm.


Nicht viel Zeit dann, kurz ins Hotel und unter die Dusche gesprungen und schon
sitzen wir im Bus nach „Downtown ChangPing“ wo ein großes Eröffnungsessen im
wahrscheinlich besten Restaurant der Stadt gegeben wird. Obwohl noch nicht alt,
ist das gesamte Gebäude im altchinesischen Stil mit viel Liebe und
Aufmerksamkeit für das kleinste Detail ausgestattet.
Aber erst das Essen!!! Tyisch chinesisch, werden auf einer großen Drehplatte
nacheinander immer neue Gerichte aufgetragen. „Schlemmen“ trifft diese Art der
Nahrungsaufnahme vielleicht am Besten. Und das Essen mit Stäbchen geht auch
immer besser. Nebenbei füllen wir so manches Essen als „dogy bag“ für Jens ab,
der noch an seinem Trike rumbastelt, nachdem im ein Thermikflug unerwartet die Beschleunigerhaken entschleunigt hat.
Ich unterhalte mich im Laufe des Abends sehr ausführlich mit Jennifer, einer
jungen Studentin, die sich als freiwillige Helferin für diesen Wettkampf zur
Verfügung gestellt hat und unserer Deutschen Mannschaft zur Seite gestellt
worden ist. Übrigens wählen die Menschen einen englischen Namen, wenn sie mit
Europäern in Kontakt kommen, um es uns einfacher zu machen...
Gegen 21:00 ist das Essen zu Ende. Das ist gut so, denn morgen früh werden die
Busse um 4:30 Uhr vom Hotel abfahren und für 6 Uhr ist die erste
Wettbewerbsaufgabe geplant.
Sonntag , 2.9.07, Jörg
Ja, gut gelaufen ist die erste Aufgabe für mich nicht gerade.
Als wir hier kurz nach 4:30 Ortszeit – zur Erinnerung: in Deutschland ist es
gerade abends halb elf – auf dem Airfield eintreffen, steht die Aufgabe noch
nicht so recht fest. Es soll eine Navigation werden, so viel ist zumindest
schon klar. In den kommenden Stunden rechnen wir immer neue Varianten. Und
viertel nach acht haben wir dann tatsächlich fertig gerechnet. Karten zeichnen,
Motoren auftanken – danke Armin, dass Du das für mich schon erledigt hast – und
los geht’s zum Startdeck.
Schirm auslegen, Probelauf des Motors, einhängen ins Gurtzeug, Datenlogger
einschalten und auf die grüne Fahne des Marshalls zur Startfreigabe warten.
Trotz des wenigen Windes klappt der Präzisionsstart prima, aber schon nach den
ersten Metern in der Luft merke ich, dass mein Motor nur stotternd läuft. Soll
ich landen gehen? Darf ich dann noch einmal starten? Wahrscheinlich ist die
Aufgabe damit für mich gelaufen! Also weiter fliegen und hoffen, dass der Motor
durchhält. Stotternd gewinne ich Höhe und versuche dabei, die Drehzahl des
besten Motorgleichlaufs zu finden. OK, ich fliegen den Punkt an, der als Start
der Aufgabe definiert ist und öffne die Trimmer und steige ins Gas. Immerhin
fliege ich eine WM, bei der es heute Punkte für die längste in 90 Minuten
zurückgelegte Strecke geht.
Mein Motor läuft mittlerweile ruhig und ich freue mich; in der Annahme, das vielleicht mit dem Vergaser wegen der miesen
Spritqualität etwas war. Leider währt die Freude nicht lange und unmittelbar
bei der ersten angeflogenen Wende "stirbt" mein FB Solo mit einem
letzten kurzen Stottern. Auch einige Versuche des Wiederstarts verlaufen
erfolglos.
So wähle ich eine der wenigen Freiflächen und lande direkt in einer spitzen
Straßengabelung im Eingangsbereich eines der Minggräber, großer Grabanlagen aus
der Zeit des 17.-19. Jahrhunderts. Die Aufmerksamkeit ist mir sicher und
nachdem ich das abgerissene Zündkabel als Ursache herausgefunden habe, holt
einer der Einheimischen seine Werkzeugtasche, so dass ein paar Minuten später
mein Motor wieder läuft.

Leider nützt mir das überhaupt nichts mehr, denn mit der Außenlandung ist für
mich für diese Aufgabe Schluss. Und jeder Gedanke an einen möglichen
Wiederstart wird durch das Erscheinen eines belgischen Piloten, der mit einem
Motorschaden in unmittelbarer Nähe außen landen musste, zunichte gemacht. Wenig
später sehe ich über mir Armin mit seinem „SpeedMax“ vorbei sausen. Er macht es
besser und quert das Zielfenster planmäßig, wie auch Richard und Jens auf ihren
Trikes. Also kein Grund für mich, den Kopf hängen zu lassen.
Jetzt sieht es nach Gewitter aus; mal sehen, ob wir heute Abend noch eine
Aufgabe fliegen werden. Wir halten Euch auf dem Laufenden!
Montag 3.9., Armin :
Hallo alle zusammen daheim,
Jörg geht es nach dem gestrigen Motorschaden mit Aussenlandung heute schon
wieder wesentlich besser. Wir durften heute den 2. Task fliegen. Eine
Thermikaufgabe!!! Beim Jörg ist es super gelaufen.
Doch nun erst mal der Reihe nach. Gestern Abend hat es leicht geregnet und
somit verzichtete der Veranstalter auf einen weiteren Task. Allerdings mussten
wir unsere Maschinen defuelen. Das heisst, den Sprit aus dem Tank, dem Filter
und allen Schäuchen herauslassen. Nach der Rückfahrt ins Hotel und einer
heissen Dusche fielen die meisten völlig erschöpft wie ins Koma. Lediglich Jörg
und ich schafften es noch auf ein Bier in die Hotelbar. Dort erfuhren wir vom englischem Teamchef sehr interressante Dinge über das
Motorschirmfliegen und der Verbandsarbeit in England, sowie über die englischen
Erfahrungen mit der slowakischen Hydraulikwinde.
Um 23 Uhr war aber auch für uns beide Zapfenstreich und wir zogen uns in unser
Zimmer zurück. Um 5:30 klingelt der Wecker um 6:00 Abfahrt der Busse zum
Fluggelände, 6:30 Frühstück, seit 3 Tagen immer das gleiche Essen. Wer schon
mal in Plastiktüten aufgewärmte Milch getrunken und braune, eingelegte Eier
gegessen hat, verspeist auch tote Hunde! 7:00 Teamleaderbriefing. Das ZDF Team
findet langsam Gefallen an diesen teils sinnlosen Diskussionen der Nationen.
Ab 9:00 werden die Motoren dann für die angekündigte Ökonomie-Aufgabe mit
jeweils zwei Litern Sprit der feinsten chinesischen Braukunst befüllt. Jeweils
zwei Nationen kontrollieren sich gegenseitig - uns ist Monaco zugeteilt. Die
Monegassen sind richtig gut drauf und das betanken klappt sehr gut. Bei den
Engländern, welche von der spanischen Nation überprüft wird, gibt es ein
Problem. Damit mehr Sprit bei 2 Liter Volumen da ist, füllen die Inselbewohner
doch glatt und sauber eiskaltes Benzin in den Tank. Obwohl im Biefing es
ausdrücklich verboten wurde. Nun gut, das gab richtig Stunk auf dem Flugfeld.
Die Engländer müssen den ganzen Sprit aus den Tanks holen und je zwei Liter
handwarmes Benzin einfüllen. Aber die Prozedur dauert und das Startfenster
verschiebt sich von 11:00 auf 11:30 und dann nochmal auf 11:40 Uhr.
Dann aber!!! 11:40 Präzisonsstart. Jörg startet als einer der Ersten. Ich komme
um 12 Uhr in die Luft. Wir starten hier direkt an einem Stausee. Unser
Flugbereich ist auf drei Berge beschränkt. Klar, dass die meisten Piloten
versuchen, den nächsten Berg zu erreichen und vom Bergfuß die
550 Metern zum Gipfel Sprit sparend soarend zu erklimmen. Von unten
heraus gings sehr zäh, aber wenn man mal oben war, musste man gelegentlich
Ohren anlegen oder abspiralen um die maximale Flughöhe von 1000 m MSL (ca. 350
m über dem Gipfel) nicht zu überschreiten. Die thermischen Bedingungen: uhaaaaa
ja,ja waia waia. Ich hatte noch niiiie 7 m/s Steigen
mit meinem Speedmax 21 bei ausgeschaltetem Motor. Heute schon!!! Das war
richtiges Fliegen, für grosse Jungs. Higgy konnte mit seinem Trike auch den Gipfel
erkimmen.
Ach ja : Higgy ist im Moment auf dem 3. Platz im
Gesamtklassement nach der gestrigen Navigationsaufgabe !!! Herzlichen
Glückwunsch Higgy, weiter so. Er war heute auch in der Thermikaufgabe richtig
gut, wir werden allerdings erst morgen wissen, wieviel Punkte sein ca. 1
stündiger Thermikflug erbracht hat.
Der grösster Pechvogel im Team ist unser Richard. Au
mann....... Gestern hätte Richard mit seinem Trike den Navigationstask
gewonnen, wenn,...... ja, wenn die Karten etwas eindeutiger wären. Richard hat
den Startpunkt + Zielpunkt verpasst und für diesen Task null Punkte bekommen.
Diesem nicht genug. Es kam heute noch schlimmer. Wir haben euch doch von der
schlechten Spritqualität berichtet. Zwei oder drei von Euch ahnen sicherlich,
was jetzt kommt: Nachdem Richard heute in den Thermiktask gestartet war,
verweigerte der Motor wegen Spritmangels die Arbeit und Richard musste nach ca.
10 Min wieder landen. Wohl wenig Punkte auch für diesen Task!!! Das tut richtig
weh. Aber wir alle leisten Trauerarbeit.
Ich selber habe heute erst mal lange Thermik suchen müssen, bevor ich nach 28
Minuten Motorlaufzeit den Ausschalter wegen genügender Höhe und gutem Steigen
endlich betätigen konnte. Mit meiner Gesamtflugzeit von 2 Stunden und ein paar
zerquetschte bin ich sehr zufrieden. Übrigens ist auch bei mir der gestrige Tag
gut gelaufen. Ich bin im Moment auf Platz 9. Die Navigation konnt ich mit einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 50km/h beenden.
Lediglich die Auswertung war erst a bisserl fehlerhaft. Nach einem Einspruch
unseres Teamleader Richard wurde das sofort korrigiert.
Nun aber zu Jörg's Heldentat - der heutigen Thermikaufgabe. Der Mecklenburger
hat es doch tatsächlich geschafft mit seinem 10 Jahre altem Solo Motor mit 2
Liter Sprit mehr als 4,5 Stunden in der Luft zu bleiben. In Worten vier
einhalb!!! Wow... Damit dürfte Jörg in diesem Task den vierten Platz belegen.
Klasse, Hut ab Jörg. Derzeit sitze ich mittem im Teamleaderbriefing und
schreibe diesen Bericht, während Richard sich die morgigen Aufgaben briefen
lässt. Was ich so mit einem Ohr mitbekomme: Morgens Kicking Sticks. Japanese
Slalom. Dann irgend eine Navigation mit economy. Ui,ui...... Jörg und Higgy sind schon im Hotel, Richard sitzt
hinter und Hermann sitzt neben mir und ist im Internet tätig.
Hier noch die offizielle Wertung: http://www.wpc07.org/wpc2007/index.cfm?p...2Fresults%2Ecfm
Also bis morgen - aber Ihr dürft ja vielleicht ausschlafen, wenn wir 4:30 Uhr
wieder in den Bus zum Flugfeld steigen werden...
Dienstag, 4. September -
Jörg
Schon fast wie Alltag, als um vier der Wecker klingelt. Für 6 Uhr ist als
nächste Aufgabe „Japanese Slalom“ angesagt, drei Stangen kicken, die selben Stangen im Slalom umfliegen und drei andere
Stangen kicken – alles in möglichst weniger als einer Minute. Doch es dauert,
bis die grüne Flagge nach oben zeigt und die ersten Piloten wirklich starten.
Ich zeige Nerven, vielleicht liegt es am wenigen Schlaf, jedenfalls habe ich
zunächst eine Startabbruch, muss den durch den Morgentau klatschnassen Schirm
neu auslegen, verhänge mich mit einem Fuß beim zweiten Versuch in der
Bremsleine, bekomme den Start dennoch hin und bemerke in der Luft, dass sogar meine
Trimmer unsymmetrisch offen sind. Dennoch können wir Vier alle recht
ordentliche Zeiten fliegen und keiner verfehlt eine Stange. Dennoch bekommen
wir nicht viele Punkte, denn neu seit diesem Jahr ist eine Bewertungsformel,
die neben der Zeit auch die Platzierung berücksichtigt und dem erst Platzierten zweihundert Punkte Vorsprung sichert.
Es ist ja bekannt, dass die Präzisionsaufgaben in maximal zwei Metern Höhe
geflogen werden, oft aber deutlich niedriger, um evtl. Heber besser ausgleichen
zu können… Terry, ein Pilot aus dem südafrikanischen Team, legt unter
Mitwirkung zweier Marshalls eine beeindruckende Vorführung hin. Marschalls gibt
es hier reichlich und manchmal befindet sich einfach einer von ihnen zur
rechten Zeit am falschen Ort: Terry streift während des Slaloms einen Marshall
mit dem Käfig, der Käfig zerschlägt ein Propellerblatt und voll beschleunigt in
der Kurve versucht Terry, seinen verbleibenden „Single-Blade-Parashaker“ zu
beherrschen. Das alles direkt auf einen weiteren Marshall zu, der sich Geistes
gegenwärtig flach auf den Boden wirft. Wirklich SEHR FLACH! Wohl weniger als
fünf Zentimeter Platz bleiben zwischen ihm und Terry’s Motor, anschließend gibt
es eine große Staubwolke und der Flug ist zu Ende. Gut, dass bei diesem Stunt
niemand zu Schaden kommt!
Nach dem Frühstück geht das große Warten los. Als nächste Aufgabe ist eine
Navigation mit begrenzter Spritmenge angesagt. Das bedeutet zunächst, Tanks,
Benzinleitungen, Filter usw. zu leeren, vom Partnerland prüfen lassen, mit in
diesem Fall vier Litern Sprit zu betanken und zu Schluss alles versiegeln
lassen. Klingt einfach, dauert aber eine Weile. Grund dafür ist, dass diesmal
der Sprit gewogen wird, um Nachteile durch unterschiedlich warmen Kraftstoff zu
vermeiden.
Zunächst gibt es nur eine Waage und das Betanken dauert im Schnitt vier bis
fünf Minuten, wie Armin per Stoppuhr misst. Hundert Geräte stehen in der
Warteschleife und im Schatten sind schon wieder über dreißig Grad, aber
natürlich gibt es im Fuelingbereich keinen Schatten. Zum Glück sind wir
Deutschen recht schnell durch und können uns die Zeit noch ein bisschen mit
herumlungern, quatschen und ein erholen verbringen.
Gegen 14:30 Uhr starten die ersten Piloten und gegen halb vier auch Armin und
ich; Jens und Richard wagen sich mit den Trikes etwas später in die thermischen
Bedingungen.
Unsere Hoffnungen, durch Ausnutzen von Thermik die mögliche Flugzeit zu
verlängern, erfüllen sich nicht so recht. Anderseits stellt sich unsere
Entscheidung unmittelbar vor dem Start, den Kurs entgegen der ursprünglich
geplanten Richtung zu fliegen als richtig heraus, da wir so zunächst gegen den
Wind fliegen und auf dem Rückweg besser mit der verbleibenden Spritmenge
taktieren können.
Unser Kurs führt uns um Changping herum, den Vorort von Beijing mit ca. 860
Tausend Einwohnern, der im Vorfeld von Olympia 2008 immer noch rasant wächst.
Es ist schon beeindruckend, all die Hochspannungsleitungen, Hochhäuser,
Baumreihen und Geröllfelder zu überfliegen und neben der Navigation auch immer noch
landbare Flächen im Auge zu behalten. Ich erfahre, dass auch noch andere
Gefahren lauern können - einen 200 Meter hoch fliegen Schnurdrachen erkenne ich
und passiere ihn seitlich, als plötzlich ein weiter nur wenige Meter unter mir
aufgeregt wackelt – der Eigentümer scheint in gerade schnell einzuholen. Vielen
Dank!
Während Armin nach Erreichen des achten Wegpunktes mit fast leerem Tank zum
Landedeck zurückkehren muss, reicht mein verbleibender Kraftstoff noch für
einen weiteren Punkt. Aber dann visiere auch ich das Ziel an und erreiche es
mit völlig leerem Tank, aber in komfortabler Höhe. Bei Richard sieht es
deutlich knapper aus – nachdem sein Motor „stirbt“, gleitet er mit seiner
Resthöhe zum Landedeck, fliegt noch einen Kreis und setzt perfekt auf. Umso
beeindruckender für mich, da sein Tank in die Sitzschale integriert ist und
Richard die Restspritmenge nicht sehen kann!
Beim abendlichen Briefing der Teamleader gibt es wieder Ärger: Das ZDF-Team ist
anwesend und möchte gerne filmen, wie die für morgen geplante
Navigationsaufgabe über die Chinesische Mauer gebrieft wird. Aber anstatt die
Details der Motorverladung zu besprechen – er Start soll von einem abgelegenen
Flugfeld aus stattfinden – wird die gesamte Aufgabe wegen organisatorischer
Probleme vor Ort abgesagt. Großer Unmut, aber es bleibt bei der Entscheidung.
Vielleicht werden wir uns am für übermorgen geplanten freien Tag selbst dorthin
auf den Weg machen, denn wäre es nicht unverzeilich, 35 km entfernt von diesem
grandiosen Bauwerk einen Flug-Wettkampf abzuhalten und nicht dorthin zu
fliegen?
Noch ein, zwei abendliche Bier in der Bar beim Plaudern und dann wieder ins
Bett, denn morgen früh um vier grüßt wieder das Murmeltier…
PS: Gestern gab es einen Retterwurf aus geringer Höhe: Ein thailändische Pilot
wollte durch ein Lee und hat promt einen Klapper mit Verhänger kassiert, der
seinem Schirm in eine rasante Rotation versetzt hat. Im wirklich letztem Moment
(max. 50 Meter Höhe) kam endlich die Rettung, die schnell und perfekt öffnete
und in unversehrt hat aufsetzen lassen. Das Besondere: der Pilot verwendet in
diesem Wettkampf zum ersten Mal in seiner Pilotenlaufbahn überhaupt eine
Rettung!!!
Mittwoch 5. September -
Armin
Ja, täglich grüsst das Murmeltier: 4:00 klingelt der Wecker 4:30 Abfahrt der
Busse zum Flugfeld. 5:00 Frühstück, 6:00 Start einer Präzisionsaufgabe.
Heute ist Kleeblattfliegen dran. Jens und Herrmann
kommen mit dem 5:30 Bus, da die Trikes als letztes starten dürfen. Jörg und ich
sind rechzeitig auf dem Fugfeld und starten zeitig. Ich meine, dass es heute
ganz gut gelaufen ist. Als ich wieder zurück auf dem Landefeld war, landete
David Sieger, ein junger Kanadier hinter mir und fragte, ob ich die Stangen
richtig herum angeflogen sei??? Wieso??, klar links, rechts, rechts, links!
Nein antwortete David: Rechts, links, links, rechts!!! Oh je... Ich Depp.. Ich
bin völlig fertig. Es kommt ein drückendes Gefühl in der Magengegend auf. Meine
Beine werden schwer... ich könnte heulen... Langsam schleppe ich mich in
Richtung Startplatz. Keiner da. Nach 10 Minuten kommt Jörg zu mir. Er sieht
sofort, dass irgendetwas nicht stimmt. " Was ist los"..... "Ich
bin falsch herum geflogen"...... "DU IDIOT" schallt es mir
entgegen - ich kann’s nur bestätigen.
"Wie herum bist du geflogen?“ – „Nun, links, rechts, rechts, links."
Wir stellen fest, dass Jörg ebenso geflogen ist. Mist. Wir fangen an andere
Piloten zu fragen. Alle sind die Stangen in unserer Reihenfolge geflogen.
Herrmann besorgt das Regelwerk. Da steht's. Wir sind korrekt herum geflogen!!!
Mir fällt ein Stein vom Herzen.
Etwas später komme ich am Lager der Kanadier vorbei. Lauter betretene
Gesichter. Das gesamte Team ist das Kleeblatt falsch herum geflogen. Ich kann ihnen richtig nachfühlen, schließlich war ich für 20 Minuten
auch dieser Meinung. Ein Scheiss Gefühl.
Heute Nachmittag soll eine Präzisions-Nav-aufgabe geflogen werden. Momentan
wird im 1/4 Stunden Takt wird das Briefing verschoben…
Mittwoch 5. September - Jörg
Zwischen Briefing und Fliegen ist nicht viel Zeit - also schnell ein paar
Happen essen, denn die angesetzte Navigation braucht einiges an Vorbereitung:

Fliege einen festgelegten Kurs mit einer uralten Karte ab und gib vorher an,
wann exakt Du an den einzelnen Wendepunkten bist. Fliege die Schenkel mit
möglichst konstanter Geschwindigkeit und komme nicht mehr als +/- 250 Metern
vom Kurs ab, denn es gibt versteckte Tore (hidden gates), die es zu passieren
gilt. Berücksichtige bei all dem den großen Trichter des lokalen Talwind
Systems, der in Richtung und Tageszeit stark schwankt. Benutze einen
Wetterbericht, der auf drei Karten ganz China darstellt...
Das sind die Zutaten, mit denen wir uns an die Vorbereitung machen. In allen
Team-Zelten herrscht vergleichbar emsiges Rechnen wie bei uns. Ramon Morillas,
Weltrekordhalter im Weitstreckenfliegen der Fußstarter
und möglicher neuer Weltmeister, rechnet konzentriert alleine.

Der Flug selbst ist dann eine Herausforderung der anderen Art. So geht es in
direkt über einen Bergrücken in ein schmales Tal und anschließend wieder gegen
den Wind aus dem Tal hinaus. Kein sehr entspanntes Fliegen zur thermisch
aktivsten Zeit!!
Anschließend wird das Fliegen etwas enspannter. Es kommt immer wieder darauf
an, sich an möglichst alten Straßen und kleinen Dörfern zu orientieren. Auch
Eisenbahnen und Höhenllinien sind gut geeignet. Flüsse dagegen kaum, denn die
sind alle gelb-grün bewachsen und ausgetrocknet. Und auch viele der neuen,
großen Straßen sind auf unserer Karte noch gar nicht eingezeichnet. Dafür gibt
es merkwürdige Straßen auf der Karte, die in Wirklichkeit garantiert nicht
existieren - man bräuchte Fahrzeuge, die senkrechte Wände hochfahren könnten...
Unsere Windannahmen stellen sich als recht gut heraus, und so können wir vier
uns alle ganz gut behaupten. Mit meiner eigenen Leistung bin ich aber nicht
100%ig zufrieden, denn dass ich zwei der drei letzten Tore verpasse, kostet
mich ca. 150 Wertungspunkte.
Abends sieht man den Piloten zunehmend die Müdigkeit an...lange Tage und kurze
Nächte...
Donnerstag, 6. September -
Armin
Heute ist ein Erholungsvormittag angesagt, mit einem Flug zur Chinesischen
Mauer. Deshalb stehen wir "erst" um 5:30 auf. 7:00 soll das Event starten.
Jens, Richard und ich sind fast zeitgleich in der Luft, bloß Jörg trödelt
wieder rum und muss uns dreien hinterher fliegen. Leider ist die Sicht recht
bescheiden, so dass sich die Bergkette, auf die wir zufliegen, kaum am Horizont
erkennen lässt. Wir orientieren uns am Rand des Gebirges, biegen rechts ins Tal
ab. Mist, wo ist die Autobahn geblieben? Hier ist doch alles unlandbar! Ah, da,
ein Taleinschnitt weiter vorne!
Wir folgen 5 Minuten der Autobahn, dann sehen wir sie auch schon, die große
Mauer. Es kreisen 20…30 Schirme im Talkessel. Es ist nicht wirklich die
Chinesische Mauer; es ist ein extra für Touristen restaurierter Teilabschnitt
zwischen zwei Bergen, wo die Mauer hoch reicht bis auf die Gipfel.
Im Taleinschnitt ist der Wind deutlich spürbar. Stellenweise ist es richtig
turbulent. Nicht schlimm, es bockt halt einfach ein klein wenig. Rechts neben
mir flieg Jens in seinem Flyke. Er ist gestern zum ZDF Kameramann befördert
worden und hat eine sehr unhandliche Profikamera dabei. Leider klappen die
Aufnahmen nicht denn, man darf es eigentlich gar nicht sagen aber, der Akku ist
leer.
Ich ziehe wie wohl alle anderen den Fotoapparat aus der Tasche und mache einige
Bilder. Plötzlich bemerke ich, dass ich einen Südafrikaner
ganz dicht neben mir habe und ihm fast in die Kappe fliege. Schnell weg mit der
Knipse und aufs fliegen konzentrieren! Ist aber auch eine selten bescheuerte
Idee 40-50 Motorschirme in einer Taldüse umherfliegen zu lassen, wohl wissend,
das die Piloten alle Luftaufnahmen von der Mauer machen werden. Klar, wer will
nicht ein Foto von sich haben beim Motorschirmfliegen mit der Chinesischen
Mauer im Hintergrund!

Nachdem ich sich der Pulk um mich herum etwas entspannt hat, zücke ich erneut
meinen Fotoapparat und mache erneut Aufnahmen von der Mauer. Plötzlich sehe ich
im Augenwinkel, wie zwei Schirme am gegenüberliegenden Hang zusammenprallen.
Die Kappen lösen sich sehr schnell voneinander. Beide Piloten haben nun starke
Pendler, der spanische Pilot wirft sofort die Rettung, was bei einer Flughöhe
von 80-90 Meter über dem Hang sicherlich die richtige Entscheidung ist. Die
Rundkappe öffnet sich sofort und trägt. Der kanadische Pilot hat seinen Schirm
schnell stabilisiert und fängt an zu kreisen.
Der spanische Pilot Landet mitten am Hang, ca. 30 Meter neben der Mauer. Man
kann nur die weiße Rundkappe und den Schirm auf dem 2-3 Meter hohen Gebüsch
erkennen. Vom Piloten ist nichts zu sehen. Plötzlich bewegt sich etwas unter
dem Rettungsfallschirm. Ja, der Pilot ist OK.
Es landen vier Piloten im Tal, auf dem großen Busparkplatz ist es zum Glück
kein größeres Problem. Kurz darauf sieht man die Piloten die sehr steilen
Treppen hinaufeilen, um den Piloten zu helfen. Ramon Morillias, der mögliche
neue Weltmeister, startet anschließend souverän wieder vom Parkplatz weg,nachdem er sich vergewissert hat dass seinem Kollegen
nichts passiert ist.
Mittlerweile ist auch Jörg eingetroffen. Er hat tatsächlich ebenfalls die
deutsche Flagge im Schirm, das sieht echt super aus. Ich flieg zu ihm hin. Wir
beide kreisen voller Stolz über der Chinesischen Mauer. Nach 10 Minuten fliege
ich mit Richard wieder in Richtung Landeplatz.
Heute werden wir sicherlich noch eine Navigationsaufgabe fliegen, aber darüber
berichtet euch Jörg…
Donnerstag, 6. September - Jörg
Ich wähle den Rückflug von der Chinesischen Mauer etwas weiter um mir die
Vororte von Beijing noch ein bisschen anzuschauen. Es ist schon krass, wie
schnell sich das innerstädtische Bild einer Weltmetropole schon wenige
Kilometer entfernt völlig wandelt...


Eigentlich ist es gar keine Navigation, sondern eher eine Mischung aus Speed
und Ökonomie: Fliege ein Dreieck mit begrenzter Spritmenge in möglichst kurzer
Zeit und anschließend soweit wie möglich weg vom Startplatz. Aber denke daran,
rechtzeitig umzukehren, denn wenn du den Landeplatz nicht erreichst, bekommst
du null Ökonomiepunkte!!
Also wieder rechnen, auch wie immer unsicheren Größe
"Wind".
Armin und ich fliegen fast zeitgleich los, Armin aber etwas schneller mit
seinem "Speedmax" als ich unter meinem "Mustang" - dementsprechend
ist er eine Minute früher ums Speed-Dreieck. Die Mehrpunkte dafür kann ich ihm
später wieder abnehmen, als durch meinen sparsameren Motor mir eine längere
Ökonomiestrecke gelingt.
Richard landet ohne Restsprit mit stehendem Propeller ein. Wieder eine
Glanzleistung, wie ich finde, ohne optische Kontrolle die mögliche Flugzeit
abzuschätzen. Ich würde einen Herzkasper kriegen!!!
Aber auch Armin durchlebt auf dem Rückflug noch eine Schrecksekunde: Als er den
Stausee zum Landefeld quert und glaubt, diesen im Gleitwinkel erreichen zu
können, geht er mit seinem Motor auf Leerlaufdrehzahl. Kommt dann aber in
verstärktes Sinken und will wieder Gas geben. Aber es passiert nichts - der
Gasbowdenzug hat sich just beim Entspannen aus der Halterung ausgehängt!! Mit
Herzklopfen und nachlassendem Sinken erreicht Armin das Landedeck
Freitag , 07.
September - Jens
Sodale heute ist (vielleicht ?) der letzte Wertungstag.
Wir sind wieder früh morgens raus zum Platz gefahren worden um uns für
"Slow / Fast" fertig zu machen.
Bei dieser Aufgabe kommt es darauf an eine "Kicking - Sticks" Strecke
einmal möglichst langsam und danach möglichst schnell in ca 1,5m Höhe zu durchfliegen,
das ganze mit 4 Stangen gespickt die man treten muss.
Armin und Jörg durften als eine der ersten raus, Richard und ich mussten sehr
lange warten und die Bedingungen wurden etwas turbulenter.
Richard war direkt vor mir und ich konnte von oben aus der " Waiting
Zone" beobachten wie er direkt nach der ersten Stange leider mit seinem
Hinterrad den Boden berührte ... Bodenberührung = für den Teil 0 Punkte
!
Danach war ich an der Reihe, Anflug direkt über den See, Schilfzone in 1m Höhe,
dann Land und ca. 5 m später die erste Stange, also erst mal mit viel Gas
angebremst die Sticks kicken, geschafft, ui, bockig am Beginn der Strecke,
sicherlich durch die veränderliche Bodenstruktur im Anflug, sogleich umstellen
auf "fast" und durch den Parcour BRETTERN ![]()
,
keine Punktabzüge, uff, und schauen wir nacher mal den Zeiteintrag.
Jörg hat sich in der "Fast-Aufgabe" etwas verzettelt und nicht vollen
Speed rausholen können, schauen wir mal nach der Ausgabe des Punktestand des Teams die Plazierung. Danach habe ich mir meinen Rechner geschnappt und den
ersten Teil hier getippt, de Rest des Tages nacher
gleich
gehts ins Briefing, es soll wohl noch eine Nav-Aufgabe kommen nacher .
.......................
Soooo,
wir haben gerechnet und gerechnet und gerechnet ... dann wurde alles geändert,
andere Waypoints, andere Zeiten, wieder gerechnet und gerechnet, und als wir
fertig waren, haben die Franzosen ihr Complain durchbekommen und der letzte
Task wurde dan komplett gecancelt.
Somit ist die WM ZUENDE !!!!!
Jetzt warten wir nur noch auf die Wertung von heute morgen und die Ergebnisse
stehen vorläufig fest ...
Nun trinken wir uns erst mal ein kühles Bier und entanken die Maschinen wieder,
danach gehts ins Hotel zum Duschen usw.....
Mir hams geschafft Jungs ![]()

8.9.07,Jens :
Aloha, nun stehen nach vielem Hin und Her wohl die Ergebnisse fest :
PL1 (Fußstart) :
01 ESP MORILLAS Ramon
02 FRA ROUANET Mathieu
03 GBR CARNET Michel
04 FRA TOUITOU Michel
05 CZE SALAVA Frantisek
06 GBR BAILEY Paul
07 FRA CHOLLOU Ronan
08 CAN SIGIER David
09 GBR HAIRS Dave
10 POL KRZYZANOWSKI Grzegorz
11 FRA VALLÉE Pascal
12 FRA MALLARD Fredric
13 ESP GARCIA Juan José
14 GBR HINZER Karl
15 ESP SOLÁ Jose María
16 DEU APPEL,Armin
17 FRA SALINAS Nicolas
18 JPN IGARASHI Ryoya
19 CZE BREZINA Pavel
20 ESP MALDONADO GARCÍA César
21 CZE STEPAN Pavel
22 GBR BEAUMONT Laura
23 DEU MAASS,Joerg
...
...
...
...
68
---------------------------------------------------------------
PL1 (Trikes)
01 ESP CRESPO VALDÉZ Daniel
02 POL KUDASZEWICZ Tomasz
03 CZE MACHARTOVÁ Michaela
04 POL ROMICKI Krzysztof
05 CZE MATOUSEK Petr
06 ESP ESCOLAR Francisco José
07 DEU HICKEN,Jens
08 GBR SHEPHERD Andrew
09 ESP REDONDO Alfonso
10 POL PASKA Adam
11 DEU KRUEGER-SPRENGEL,Richard
...
...
...
19
--------------Nationen TeamWertung--------------
Team PF (Fußstart)
01. FRA
02.GBR
03.ESP
04.POL
05.CZE
06.CHN
07.CAN
08.JPN
09.ZAF
10.BEL
11.DEU
12.THA
13.MCO
14.BRA
15.RUS
16.KOR
17.NLD
18.SAU
Team PL (Trikes) :
1.ESP
2.CZE
3.POL
4.GBR
5.DEU
6.CHN
7.AUT
8.KAZ
9.KOR
-----------------------------------------------
Jörg :
Der Wettkampf ist zu Ende, die Complains der Franzosen und Spanier laufen noch,
und wir nutzen den Tag um doch noch ein
Stück mehr von China zu sehen und zu erleben als nur das Flugfeld, das Hotel,
und den Weg im Bus dazwischen.
Richard tankt sein Trike richtig voll und schwingt sich gen Norden in die
Lüfte. Er möchte noch einmal einen Blick auf die "echte" chinesische
Mauer abseits der Touristenabschnitte erhaschen.
Jens lässt sich im "Hotspring Resort" mit Schwimmbad, Sauna, warmen
Bädern und Massagen vormittags verwöhnen, nachmittags treffen sich Jens , Richard, Hermann, Jennifer und die Ösis um sich die
Ming Grabstäten anzuschauen.
Armin und ich haben einen chinesischen Taxifahrer für den gesamten Tag und eine
Liste mit chinesischen Schriftzeichen, die in vier Punkten unsere Tagesplanung
enthalten.
Zunächst zum Sommerpalast, einem grandiosen Park aus dem 17. Jahrhundert mit
vielen Palastanlagen, Wegen, Grotten, Seen und alles, was die Kaiserfamilie
begehrte, wenn sie der sommerlichen Hitze des Kaiserpalastes in der verbotenen
Stadt entfliehen wollte. Durch die Engländer / Franzosen 1860 zerstört und zur
Plünderung freigegeben, erfolgte der Wiederaufbau schon Ende des 19.
Jahrhunderts.
Als eine der ganz großen Sehenswürdigkeiten gibt es entsprechend viele
Touristen um uns herum. Interessant auf alle Fälle, halten wir uns doch in
einem sehr fremden Kulturkreis auf. Wir kommen aus dem schauen, staunen,
fotografieren und unserer Begeisterung kaum heraus!
Unser Taxi finden wir leicht wieder, ohne von den sicherheitshalber
gespeicherten GPS-Daten Gebrauch machen zu müssen, und weiter geht es zum
Himmelstempel quer durch Beijing. Überall wird gebaut, an allen Ecken ist zu
sehen, wie sich die Hauptstadt auf die Olympiade im kommenden Jahr vorbereitet.
Und ebenso sichtbar ist, wie viel noch zu tun ist.
Obwohl heute kein besonders diesiger Tag ist, brennen und tränen sowohl Armins
als auch meine Augen und wir verstehen, warum der Wettkampfort Changping hier
als Erholungsort gehandelt wird. Im Zentrum ist die Luftverschmutzung einfach
noch mal deutlich stärker als an der Peripherie!
Der Himmelstempel ist aus dem frühen 15. Jahrhundert und
war über lange Zeit das wichtigste Heiligtum des Kaiserreiches. In großen
Zeremonien wurden Tieropfer dargebracht und um eine gute Ernte zu bitten.
Interessant ist die Mischung aus alter Kultur und alltäglicher Kultur - während
an den Tempelanlagen hunderte und tausende Touristen wandeln, gibt es im
umgebenden Park viele Menschengruppen, die gemeinsam singen, tanzen, spielen,
Drachen steigen lassen oder sich im Schatten einfach erholen.
Wieder gehts zum Taxi, weiter gehts nach Hutong, einer alten Wohngegend im
Norden Beijings, die eine interessante Mischung aus lebendiger Wohngegend,
kleinen Läden, Rikschas für Touristen und bunten Menschen bietet. Bei einem
Bier finden wir nach den vorherigen interessanten, aber auch anstrengenden
Stunden Entspannung und Gelassenheit. Wir bummeln durch die Gassen, schauen in
Läden, riechen an unterschiedlichen Teesorten und finden ein tolles Restaurant,
in dem
"Mongolian BBQ" angeboten wird. Ein
Kupferkessel mit brennenden Kohlestückchen gefüllt und von unten mit
angeblasen, bis alles glüht, kommt in eine Öffnung auf dem Tisch. Umgeben von
einem Wasserbad dauert es nur wenige Augenblicke, bis das Wasser kocht und
sprudelt. Da hinein werfen wir mit unseren obligatorischen Stäbchen die
Fleisch- und Fischstückchen, bis diese gar sind, tauchen sie in eine würzige
Soße und ab gehts in den Mund. Salat, frischer Koriander, Chiliöl und fein
gehackte Zwiebeln - so köstlich kann Essen sein!
Der abschließende Abstecher zu einer empfohlenen Kneipenstaße mit viel Musik
erweist sich dagegen als Touristennepp der Oberklasse. Laut, aufdringlich und
teuer - da fällt es uns nicht schwer, den Heimweg anzutreten. Schwerer schon,
selbigen zu überleben. Unser Taxifahrer scheint Feierabend haben zu wollen. Mit
80 km/h durch den Abendverkehr in der Stadt - kein Problem. Überholen auf dem
Standstreifen - selbstverständlich. Und wer wird sich denn durch rote Ampeln
terrorisieren lassen. Wir sind froh, heil aussteigen zu dürfen.
Ab ins Bett, so müde sind wir. Oder doch noch die Party der Spanier suchen?
Natürlich - und so werden die Witze bald
satzweise simultan übersetzt. Das ist manchmal lustiger, als der Inhalt der
Witze selbst!!
Morgen werden wir unsere Motoren wieder versandfertig machen.
Jens hat sich noch das Elektrofahrrad von den Engländern übernommen und will
die wichtigsten Teile für sein Flyke mitnehmen...
Sonntag 9.9.07 - Joerg
Der Wettkampf ist zu Ende, wir schlafen aus und packen unsere beiden Trikes und
die Motoren der Fuss-Starter wieder auf unsere Palette. Diesmal etwas flacher
als auf der Hintour, um Versandkosten zu sparen, die leider nach Volumen und
nicht, wie zunaechst gedacht, nach Gewicht berechnet werden.
Die Stimmung ist entspannt und es kommt fast so etwas wie Wehmut auf, als wir
zum letzten Mal ueber das Flugfeld laufen - zur Siegerehrung. Und Oskar Diez,
den Insidern als mehrfacher Wettkampfleiter des Deutschen Motorschirmpokals und
aktiver Mitstreiter der Szene bekannt, hat gerade beruflich in China zu tun und
nimmt sich die Zeit, die Siegerehrung mit bei der deutschen Mannschaft zu sein.
Die Spanier raeumen so richtig ab und die spanische
Nationalhymne bekommt durch ueberhaeufiges Abspielen fast einen
Jingle-Charakter. Aber auch die Englaender und die aus zwei Piloten bestehende
litauische Nationalmannschaft darf einmal auf das
hoechste Treppchen steigen. Der Sekt fliesst in Stroemen und so mancher Geehrte
verlaesst das Siegertreppchen tropfnass!
Dann geht es zum Abschluss-Bankett in ein nahe gelegenes Hotel. Als nach dem
reichhaltigen und wie immer geschmacklich spitzen-maessigen Essen die Stimmung
zunehmend ausgelassen wird, scheinen die Angestellten ob der europaeischen
Ausgelassenheit etwas ueberfordert zu sein - einige Serviererinnen verstecken
sich hinter den Vorhaengen, als das grosse T-Shirt tauschen losgeht.
Dank Hermann und Jens koennen wir unserer chinesischen Betreuerin ein schoenes
Abschiedsgeschenk ueberreichen und erhalten auch jeder einen kleinen
Gluecksbringer von ihr.
Aber alles hat ein Ende und hier wird selbiges durch ein "Thank you for
joining our farewell dinner. The party will be finished in five minutes -
please go to the busses now" angekuendigt.
Ein toller Wettkampf geht zu Ende. Danke schoen an alle Beteiligten! Ich
hatte als "WM-Neuling" viel Spass in unserem kleinen deutschen Team.
Ein grosses Danke auch dafuer an Richard, den souveraenen Teamchef und seinen
Assistenten Hermann; an Jens (Higgy) - stets gut drauf und immer gut mit seinem
Flyke unterwegs und besonders an Armin, der mich im Vorfeld motiviert und immer
wieder unterstuetzt hat.
Armin hat schon angekuendigt, eine kleine Zusammenfassung mit Nachtrag zu
verfassen.
Im kommenden Jahr wird die dann stattfindende EM fast ein Heimspiel, liegt doch
Torun in Polen fast vor unserer Haustuer!
Und den am Sonntagnachmittag in der Sportreportage gelaufenen Beitrag findet
Ihr im Internet:
Ihr geht auf www.zdf.de
- dann oben au "ZDF Mediathek" klicken (neues Fenster öffnet sich)
- dann oben rechts den Suchbegriff "Paramotor" eingeben und suchen
- den gefundenen FIlm durch draufklicken starten
So, ich verlasse jetzt das Internet-Cafe in Moskau-Sheremetjevo und steige in
den Flieger nach Berlin...
Armin :
Bewölkt mit zeitweisem Niederschlag und weiterhin kühl? ist der erste
Wetterbericht, den ich nach unserer Ankunft aus China zu hören bekomme. Kalt
und regnerisch ist es in Deutschland! Da wünsche ich mich gerne in das
freundliche und warme China zurück. Andererseits freue ich mich, müde aber gesund
nach Hause zu kommen. Wir sind wieder daheim!
Ich kann die gewonnenen Eindrücke noch gar nicht richtig fassen. Es war ein
sehr langer und anstrengender Weg, den wir vier Piloten und Hermann als
Assistent zusammen gegangen sind. Allein die Vorbereitungen der letzten Monate
würde ein ganzes Buch füllen.
Seit der Württembergischen Meisterschaft 1996 in den Vogesen fliege ich
ununterbrochen Wettkämpfe. Aber noch nie habe ich eine solche Wärme und
Geborgenheit innerhalb einer Mannschaft gespürt. Rückblickend möchte ich sagen,
dass dieser Wettkampf das Highlight meiner bisher elf-jährigen
Wettkampflaufbahn ist!
Wir sind mit dem Wissen zurückgekommen, dass in der deutschen
Nationalmannschaft ein freundschaftlicher, kollegialer Teamgeist herrscht.
Unser Engagement und sportliche Fairniss hat, einmal mehr, andere Nationen
beeindruckt. Sicher wäre es schön gewesen, auf dem Siegerpodest zu stehen. Aber
bei zwei Piloten in der Trikeklasse und zwei Piloten in der
Fussstarterkategorie fehlt uns einfach der jeweils dritte Mann für eine
komplette Mannschaft.
Andere Nationen haben bis zu sechs Teilnehmer in jeder einzelnen Klassen
anmelden können! Da fällt der verpatzte Durchgang eines einzelnen Piloten viel weniger , um nicht zu sagen garnicht ins Gewicht. Bei uns
zählte jeder einzelne Punkt und wenn man auch noch vom Glück verlassen wird und
wegen einer verstopften Benzinleitung oder einem Kabelbruch vorzeitig am Boden
steht, kann man trainiert haben, soviel man will.
Dennoch denke ich, dass wir uns wacker geschlagen haben und mit unserer
Leistung zufrieden sein können. Mir hat diese WM gezeigt, dass sich der Aufwand
lohnt. Und ich weiss, was ich an meinem Flugstil und meiner Ausrüstung
entwickeln muss, um in Zukunft noch ein Stück weiter vorne mitfliegen zu
können.
Durch die Anwesenheit des ZDF Kamerateams und das Ausstrahlen eines
acht-minütigen Fernsehbeitrags zur besten Sendezeit, konnten wir unseren Sport
sicher populärer machen; eine bessere Werbung für unseren Sport kann ich mir
nicht vorstellen.
Die kommende EM 2008 findet in Polen, also praktisch vor unserer Haustür statt
und ich hoffe, dass wir dort mit einer kompletten Mannschaft starten werden.
Für mich wäre das ein riesiger Motivationsschub!
Abschliessend möchte ich mich beim gesamten Team bedanken und besonders beim
Jörg, für die tolle Zeit die wir gemeinsam verbringen durften. Ein extra
Dankeschön jedoch an Richard. Ohne die logistische Abwicklung durch ihn und
seine Mitabeiter wäre der Aufwand für uns um ein vielfaches höher gewesen.
Danke Richard!
Happy Armin Appel
Jens :
Ich schliesse mich hier an und danke ebenfalls Richard, der Firma Helix, für
die geleistete Arbeit und Unterstützung.
Ein solches Team steht und fällt mit dem Leader und wir hoffen auch in Zukunft
auf seine Hilfe
.
Auch danke an Hermann, der beim nächsten mal vielleicht ja schon als Teilnehmer dabei ist