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Drachenflieger Club Berlin e.V.

Gemeinnütziger Verein zur Förderung des Hängegleiter- und Gleitsegel-Flugsports in Berlin und Brandenburg.

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"DCB Basecamp Bulgaria 2001 & Bulgarian Open"

Der Vereinsausflug 2001 nach Bulgarien wurde letztendlich leider nur mit sehr kleiner Besetzung gestartet - 1 Mann :-)), hier ein paar Schnappschüsse. Zum Vergrössern bitte einfach auf die Thumbnails klicken, zurück gehts mit dem Back-Button des Browsers.

Soaring bei Albena Soaring bei Albena Kyrillische Ausschreibung Bulgarian Open, sog. Balkanitza, am Berg Okolchitza Bulgarian Open, sog. Balkanitza, am Berg Okolchitza Bulgarian Open, sog. Balkanitza, am Berg Okolchitza Hier mein einziger Artgenosse beim Start von der Rampe am Okolchitza. Blick von der Rampe aus zurück. Die Bungalows böten sich für einen Vereinsausflug geradezu an und Drachen kann man auf der Wiese anleinen. Der Okolchitza vom Tal aus nach einer Aussenlandung. Neugierige Kinder sind meist die ersten Helfer... Ein kleinerer Hügel in der Nähe. Mit Hilfe eine abendlichen überregionalen Windes lässt es sich hier oft bis 9 Uhr abends soaren. Das Wettbewerbslager, an dem auch praktischerweise meist gleich das Ziel lag. Stausee, Pool, Kneipe, Bar und Bungee lassen auch abends keine Langeweile aufkommen. Am Hügel im Hintergrund waren wir abends noch mit bis zu 40 Schirmen gleichzeitig in der Luft. Nik, der Gewinner des Wettbewerbs und langjähriger Fliegerfreund. Nachdem ihm sein Job als Avionikingenieur bei der bulgarischen Luftwaffe recht viel Zeit lässt, ist er rund 250 Stunden pro Jahr in der Luft. Eine Siegerehrung muss natürlich auch sein, ein Makedonier (rechts) wurde Zweiter. Nett war auch die Miss-Wahl im abendlichen Rahmenprogramm. Bulgariens schwerster Gleitie, mit seinen 150kg liegt er mehr als 30kg über der Maximalzuladung seines Hochleisters und fliegt damit wie eine Kanaonenkugel. Bei Starkwind steht er jedenfalls beeindruckend ruhig am Start... Ein Foto aus Sopot, neben Sliven dem warscheinlich besten bulgarischen Areal, welches zur Abwechslung sogar mal einen Sessellift hat. Abendimpressionen an einem 50m-Hügel in der Nähe vom Pleven. Von hier aus wurden schon 60km-Flüge gemacht.

Vielleicht werden es im nächsten Jahr ja mehr Interessenten, denn die Erfahrungen waren in fliegerischer Hinsicht äusserst positiv. Man sollte schon eine gewisse Abenteuerlust mitbringen, hat dafür aber den Reiz des Neuen. Als Osteuropafan und Ehemann einer Bulgarin fahre ich schon seit 5 Jahren regelmässig zum Fliegen in dieses landschaftlich sehr abwechslungsreiche Land. Dabei ergibt sich natürlich der unschätzbare Vorteil, mit Einheimischen unterwegs zu sein. Verglichen mit den Alpen muss man gewisse Abstriche bei der Infrastruktur (Lifts, Bergstrassen, Geländepflege, SAR) machen, weswegen ich dieses Jahr zusätzlich mit dem Gleitschirmfliegen begonnen habe.

Meine ersten Starts machte ich an einem kleinen aber für meine Zwecke perfekten Soaringhügel in der Nähe von Albena. Abends herrschten sehr laminare Verhältnisse, keine erstzunehmenden Hindernisse und ein riesiges Landefeld. Nachdem Urlaub war, wollte ich mich nicht lange mit nervigem Bodenhandling beschäftigen, sondern das Gleitsegeln "on the job" erlernen. So nach dem Motto: Jungs, bringt mich mit dieser Tüte irgendwie in die Luft, fliegen lerne ich dann schon unterwegs. Hat prompt funktioniert, einer hat mit aufgezogen und mich einfach rausgeschubst. Die Bremsen habe ich zunächst nur sehr sachte angefasst, aber der Apache II in der Grösse M liess sich auch recht gut mit dem Hintern steuern, denn er war mit mir am oberen Gewichtslimit.
Es waren sofort längere Flüge bis zu 30 min. drin, allerdings nur nach halb sechs Uhr abends, denn vorher war der Wind einfach zu stark. Als Drachenflieger fand ich die langsame Geschwindigkeit des GS gleich sehr vertrauenerweckend und hatte einigen Spass in der Luft -- und vor allem auch bei den unkomplizierten Landungen. Zwischendrin gings dann auch mal thermisch bis ungefähr 250m über Start.
Gelegentlich wurde mir ob der lebhaften Schirmbewegungen nach vorne und hinten ein wenig mulmig aber wenn man sich mal an diese Schaukel gewöhnt hat, fängt es an immer mehr Spass zu machen. Und wenns nicht klappt, kann man ja einfach wieder hochlaufen, da kommmt Freude auf!
Mit dieser "Grundausbildung" gings dann zur Bulgarian Open, denn beim Zusehen lernt man ja auch eine Menge.

Der Start an sich war in Okolchitza schon recht selektiv: häufig Seitenwind, Anlaufen über Geröll und Erdhaufen. Der Gleitwinkel kommt gerade so hin um abheben zu können -- an der Strasse hat man meist nur 1m Luft unter dem Hintern. Dann muss man nur noch zwischen den recht scharfkantigen Blechhäuschen durchtreffen....
Oder sich in die Büsche dahinter wickeln.

Auch das bulgarische Staatsfernsehen war anwesend, was den ohnehin schon hervorragend organisierten Bewerb zusätzlich aufwertete und an den darauffolgenden Tagen viele spontane Zuschauer brachte. Ausländer waren immerhin 4 anwesend, ein Österreicher, ein Franzose, ein Makedonier und ich, wir durften auch alle ein Interview geben.

Der Wettbewerb wurde grossenteils vom bulgarischen Gurtzeug- und Rettungshersteller AVA-Sport gesponsort, die mit ihrem Material auch stark vertreten waren. Kein Wunder, sind die einheimischen Preise doch recht guenstig -- ca. 25% vom Preis der deutschen Importeure Finsterwalder/Charly/Skyline. Im Inland werden sie allerdings ohne das berühme "Pickerl" ausgeliefert, aber das braucht man ja nicht unbedingt.

Von der Gesetzgebung her herrscht in der bulgarischen Privatfliegerei insgesamt noch absolute Anarchie, es gibt keinerlei Gesetze und jeder macht mehr oder weniger was er will. Dabei haben alle auch ohne den berühmten Dachverband die Notwendigkeit von zuverlässigem Material und einer guten Ausbildung erkannt. Es gibt insbesondere im sehr populären Gleitschirmbereich vier Ausbildungsmtöglichkeiten mit versierten Fluglehrern. Alle Fluglehrer waren interessanterweise auch selbst bei der Bulgarilan Open in und um Montana dabei Auch bei den grösseren privaten Geräten sieht es nicht besser aus, der einzige mir bekannte UL-Pilot übt sein Hobby illegal aus, nachdem ihm die Luftaufsichtsbehörde grosse Schwierigkeiten gemacht hatte. Nachdem Bulgarien nicht die Gebühren für die FAI bezahlt, finden weder der Wettbewerb noch Rekorde internationale Anerkennung. Babei ist das Potential so gut, dass die freien Strecken mit dem Gleitschirm häfig von der Landesgrenze terminiert werden.
2001 wurden 188km geflogen, der Pilot hätte aber auch noch nach Makedonien einfliegen können. Nächstes Jahr will er seinen Startplatz so weit wie möglich auf die entgegengesetzte Seite verlegen und wird in Sliven auf geeignete Verhältnisse warten. Auf die EU --und damit den kleinen Grenzverkehr-- wird er vermutlich leider noch länger warten müssen...

Der einzige mir bekannte einheimische Segelflieger --der sein Flugzeug noch von den Kommis gesposort bekam-- bestaetigt das enorme fliegerische Potential des Balkans... Auch im Winter lässt es sich hier übrigens sehr schön Skifahren und Tourengehen.

Nikolay Yotov hat übrigens eine recht informative Site mit vielen Fotos unter http://www.skynomad.com eingerichtet.

Fragen beantwortet Euch immer gerne Chris Gura.



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letzte Änderung: 2.12.2004